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Magdalena Rippberger nach 56 Jahren Dienst als Organistin verabschiedet

Donebach. (sis) „Am Anfang war die Musik und die Musik war bei Gott“ – dieses leicht abgewandelte Bibelwort stellte Pfarrer Werner Bier an den Anfang herzlichen Dankesworte, die Magdalena Rippberger galten.

Im Sonntagsgottesdienst in Donebach hatte die langjährige Organistin – gänzlich ungewohnt – in der ersten Reihe Platz genommen. Nach 56 Jahren auf dem Orgelbock stand nämlich ihre offizielle Verabschiedung an. Ein Abschied, der zweifellos von Wehmut, aber auch von großer Dankbarkeit geprägt war.
Magdalena Rippberger stammt aus Steinbach und dort hat sie auch das Orgelspiel erlernt. Unterricht hatte sie praktisch keinen, sie eignete sich ihre Kenntnisse durch genaues Beobachten und viel Übung an. „Ich hab einfach immer gern gespielt“, erklärt sie bescheiden diesen ungewöhnlichen, beinahe völlig autodidaktischen Weg. Nach ihrer Hochzeit mit Anton Rippberger aus Donebach übernahm sie in der dortigen Kirche das Orgelspiel. Nach und nach kamen sieben Kinder zur Welt, Haushalt und Landwirtschaft mussten „versorgt“ werden und trotzdem versäumte sie kaum einen Gottesdienst. Für ihre absolute Zuverlässigkeit war sie bekannt. Als die Kinder noch klein waren, hat sie sie einfach mit in die Kirche genommen, wo sie still auf der Empore zu sitzen hatten. „Das war halt einfach so und das hat auch geklappt“, erinnert sich die Organistin, die gerne bis zu ihrem 80igsten Geburtstag in diesem Jahr gespielt hätte. Allein ihre Gesundheit macht nicht mehr mit und so hat sie schon vor einigen Monaten den Orgelbock Ralf Breunig und Gerd Münch überlassen müssen. „Einmal ist halt Schluss, es tut mir leid, aber es geht nicht mehr. Ich bedanke mich, dass ich so lange Orgel spielen durfte und ich hoffe, es war auch schön für sie alle. Mir jedenfalls war es eine Freude“, erklärte sie im Gottesdienst, nachdem ihr Pfarrer Bier, Donebachs Ortsvorsteher Franz Brenneis und Pfarrgemeinderat Erwin Brenneis herzlich gedankt hatten. Sie alle hoben die unkomplizierte, freundliche und flexible Zusammenarbeit mit der Organistin hervor. „Das, was wir jahrzehntelang als Selbstverständlichkeit hingenommen haben, war in Wirklichkeit eine ganz außergewöhnliche Leistung“, betonte Ortsvorsteher Brenneis und Erwin Brenneis ergänzte: „Wir waren richtiggehend verwöhnt und wir hoffen, dass die Orgel auch künftig nicht verstummen wird.“ Ein Wunsch, den auch Magdalena Rippberger aussprach.
Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die Pfarrgemeinde zu einem Neujahrsempfang ins Donebacher Sportheim geladen. Dort hatten die Sternsinger ihren ersten Auftritt und dort erhielt Magdalena Rippberger auch Geschenke überreicht. Manche Episode aus den letzten Jahrzehnten wurde unter anderem von Mesner Gerhard Frank – der ebenfalls die immer problemlose Zusammenarbeit mit der Organistin lobte - zum Besten gegeben. Auch das angeblich kursierende Gerücht, nach dem Magdalena Rippberger wegen der „vielen neuen Lieder, die der Pfarrer immer will“ die Segel gestrichen hätte, wurde von Pfarrer Bier augenzwinkernd und in absoluter Übereinstimmung mit der Organistin ausgeräumt: „Wir haben uns immer gut verstanden. Und ich habe natürlich auch viel von ihr gelernt, was die Traditionen in Donebach betrifft.“