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Führung am Kulturhistorischen Rundweg war gut besucht

Mudau. Über zwei Stunden kurzweiligsten und absolut interessanten kulturhistorischen Unterricht hatten rd. 30 Wanderer um Heimatkundler Hans Slama in original Odenwälder Tracht auf dem jüngst eingerichteten Rundweg erleben können.

Bevor sie bei der abschließenden Rast in der „Arthur Grimm-Stube“ des „Café Waldfrieden“ noch die eher traurige Geschichte des Namensgebers erfuhren. Begonnen hatte die Wanderung im Innenhof des Rathauses, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die interessierte Wanderschar zur Auftaktveranstaltung des Mudauer Sommerprogramms 2010 willkommen hieß und einen Rückblick auf die Entstehung des 19 Stationen umfassenden Rundwegprojekts sowie einen Ausblick auf weitere anspruchsvolle Punkte des Sommerprogramms gab. Die erste Station erwartete die Truppe „gleich um die Ecke“, wo Hans Slama einen ersten Vorgeschmack auf seinen unendlichen Geschichtsfundus der Mudauer Historie gab. Er erläuterte die Entstehungsgeschichte der „Vorstadt“ in der Schloßauer Strasse nach dem großen Brand 1849 und gab einen Einblick in den Wandel des 1911 erbauten Schulhauses, das 1945 bombardiert, 1947 wieder eröffnet und 1984 zum Rathaus mit Vereinslokalen umgebaut worden war. Fast gegenüber – am sogenannten Viehmarktplatz – erinnert heute eine entsprechende Figur an die Mudauer Markttradition, die ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert mit einem Leinwand-, einem Stroh- drei Krämer- und 20 Viehmärkten hatte. Diese Tradition zeigt sich noch heute an zahlreichen Stationen, die der Weg beinhaltet und an noch mehr verbalen Überlieferungen, die Hans Slama zum besten gab. Ein Beweis ist auch die berühmte und vielfältige Gastronomie der Odenwaldgemeinde, deren guter Ruf bis heute erhalten geblieben ist. Dem Odenwaldmaler Arthur Grimm begegnet man ebenfalls auf mehreren Stationen. Da waren sein Geburtshaus ebenso zu nennen wie das Café /Pension Link, wo er kurze Zeit wohnte. Dieses Haus wurde aber auch durch Dr. Heinrich Köhler als hochrangige politische Persönlichkeit berühmt, der hier von 1943 bis 45 Unterschlupf fand. Interessantes wusste Slama zu berichten über den Ortskern mit Altem Rathaus, Mariensäule, Pfarrkirche St. Pankratius, Alte Schule und ehemaliges Postamt sowie Friedhofsmauer und natürlich über „das Bähnle“. Dieses Lieblingskind der Mudauer mit ihrem Bahnhof wird wohl nie in Vergessenheit geraten. Doch es gibt von der Odenwaldgemeinde noch viel zu erzählen. Sei es vom Schwesternhaus, das von 1899 bis 1981 den ambulanten Krankendienst und die Kinderschule der Barmherzigen Schwestern beherbergte oder von der noch jungen Geschichte der evangelischen Gläubigen, die 1956 in der Langenelzer Strasse ihr Zentrum gefunden haben, von der Stadtmauer und dem noch immer gut sichtbaren Galgen, dem Strohmarkt - auf Initiative der Strohflechtschule entstanden oder dem Bad am Wallgraben und dem Gänsebrunnen im „Bembel“. Hans Slama war es gelungen, seine Wandertruppe über zwei Stunden in den Bann der Mudauer Vergangenheit zu ziehen. Und das scheint schon jetzt eine ausgebuchte Wiederholung dieser Tour – die bereits geplant ist – zu garantieren. (LM)

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Beiträge März 2010