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Caritas eröffnet Tageszentrum für Demenzerkrankte

Mudau. (jbl) Dem fröhlichen Anlass entsprechend erstrahlte der warme Gelbton des neuen Tageszentrums für Demenzerkrankte im Ortskern von Mudau am Dienstagvormittag im schönsten Sonnenlicht.

„Ich freue mich dass es nach zwei Jahren so weit gekommen ist, alle Wohnungen sind vermietet, der untere Bereich an den Caritasverband.“, begrüßte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger seine neuen Mieter und alle die zur Einweihung des „Krone-Areals gekommen waren. Dies sei nunmehr das dritte Tageszentrum dieser Art im Neckar-Odenwald-Kreis, aber ein Novum was die Finanzierung beträfe, dankte Meinrad Edinger, Geschäftsführer der Caritas.
In dem ehemaligen Gasthaus „Krone“, einem denkmalgeschützten Haus, hatte der Vorstand der Caritas seine Chance gesehen und mit dem Umbauvorschlag des Hauses zu einem Tageszentrum für Demenzerkrankte mit „Familienanschluss“, ein akzeptables Konzept vorgelegt. Einstimmig beschlossen im Gemeinderat stemmte die Kommune die Kosten von rund einer Million Euro. „Es sah nicht immer gut aus“ konnte der Bürgermeister im Nachhinein erleichtert zugeben, und auch Dea Ecker, zuständige Architektin, berichtete von den Widrigkeiten, die jedoch jede Baustelle irgendwie mit sich bringe, um dann festzustellen: „ Es erfüllt mich mit Stolz, aber auch mit Genugtuung zu sehen, wie das Gebäude angenommen wird.“
Im „Krone-Areal“ Mieter werden aller Altersabschnitte unter einem Dach zusammen leben.
Diakon Franz Ertl bat im Gebet um: „Besinnung auf das, was wir Menschen tun“, und dankte Bürgermeister Dr. Rippberger stellvertretend für die Gemeinde: „Sie haben hier etwas sehr tolles geleistet.“
Pfarrer Bier, der die Segnung der neuen Räumlichkeiten übernahm setzte den Gedanken Ertls fort: „Den Familien soll geholfen werden, in der Sorge füreinander, in der Achtung voreinander.“ Es ginge darum einen Ort zu haben, wo Pflegende ihre Angehörigen, die sich alleine in der Welt nicht mehr zurechtfinden und zu Hause gepflegt werden, für ein paar Stunden gut aufgehoben zu wissen. Ein Ort, der entlasten möchte, es den Familien ermögliche weitestgehend Normalität leben zu können. Sei es der Besuch beim Friseur oder auch nur in ein paar wenigen Stunden der Ruhe neue Kraft schöpfen zu können. Meinrad Edinger pflichtete bei: „Nur wenn wir wissen dass der Angehörige gut versorgt ist, können wir uns als umsorgender Angehöriger regenerieren.“ Mit den Fachkräften vor Ort, der Leiterin Iris Arens und den Famillienhelferinnen für Altersverwirrte Barbara Mechler, Elisabeth Schwing, Erika Meister und Silvia Fromme sowie den beiden ehrenamtlichen Helfern Fritz und Liane Schön freue er sich ein hervorragendes Team gefunden zu haben. Er wies darauf hin, dass der Aufenthalt im Tageszentrum durch die Leistungen der Pflegekassen, bis zu einem Betrag von 200 Euro im Monat sowie einer zusätzlichen Verhinderungspflege eingesetzt mit jährlich 1510 Euro, mitfinanziert werde. Dank ging in diesem Zusammenhang auch an die Mitglieder des Caritas Vorstandes Diakon Franz Ertl, Otto Hitzelberger, Gabriele Leiblein und Bürgermeister von Schefflenz Rainer Houck sowie für die Umsetzung an Iris Arens, die Mitarbeiter vor Ort und an die Mitarbeiter vom Sozialkaufhaus in Mosbach.
Bei einem kurzen Rundgang wies Iris Arens auf die bewusst gewählte Ausstattung von modernen und altbekannten Gegenständen hin. Die antike Nähmaschine oder das Radio sollen die Tagesbesucher zu Gesprächen anregen. Je älter man werde, umso präsenter seien einem die Erinnerungen an die früheren Jahre. Auch werde im Tagesprogramm individuell auf die Biografien der Tagesgäste eingegangen. Eine kleine Kochecke lädt beispielsweise zum gemeinsamen Vorbereiten von Mahlzeiten ein, auf einem Tisch fallen leere Blumentöpfe und Gärtnerbesteck auf. Die Worte Pfarrer Biers scheinen in diesen Räumen Gestalt anzunehmen: „Du zeigst uns viele Wege auf, Deine Liebe erfüllen zu können.“
Weitere Infos: unter 06284 92 8811 oder Demenzberatung Frau I. Arens 06261 92 01 38

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Beiträge März 2010