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Gemeindewald Mudau

Mudau. Mit rd. 7.000 Hektar Wald ist die Gemeinde Mudau eine der waldreichsten Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis. Da diese Tatsache im Wandel der Zeit nicht mehr mit der Größe von Vermögen gleich zusetzten, sondern schon aufgrund der großen Sturmschäden in jüngster Vergangenheit im Gegenteil außerordentlich kostenintensiv ist, ein guter Grund für Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, die Gemeindeverwaltung, Gemeinderatsgremium und Ortsvorsteher, sich eingehend von den Waldfachmännern über die derzeitige Situation im Gemeindewald zu informieren, bevor sie laufende und abgeschlossene Baumaßnahmen der Gesamtgemeinde in Augenschein nahmen.

Wie Forstdirektor Joachim Bernhardt ausführte, habe gerade Mudau mit besonderen Schwierigkeitsfaktoren im Forstsektor fertig zu werden. Der Gemeindewald selbst umfasst nur rd. 350 Hektar und ist weit verstreut, was die Kostenseite noch mehr belastet. Darüber hinaus seien rd. 75 Prozent des Bestands Kiefer und Fichte, also sehr schädlingsanfällig mit rasch Ausbreitung. Als weiteres Minus gelte der Löslehmboden mit darunter liegendem schweren rotem Lehm, der die Feuchtigkeit nicht abfließen lasse. Ca. 50 Prozent der Waldflächen seien davon betroffen und müssten mit geeigneterem Holz aufgeforstet werden. Revierleiter Thilo Sigmund, zuständig für das Revier Mudau Ost, konnte dafür auf Mudauer Gemarkung bereits ein Beispiel vorweisen. Nachdem man die Borkenkäferschäden von 2003 und die daraus folgenden Kahlflächen aus Sturmschäden des Winters 2003/2004 beseitigt hatte, wurde der Versuch gestartet, mit Roterle als standortgemäßere Baumart aufzuforsten. Die Bürgervertreter zeigten sich von den bisherigen Erfolgen in verschiedenen Entwicklungsstadien ebenso beeindruckt wie von dem hohen Wert des Holzes für die Möbelindustrie. Als weiteres Projekt zeigte Revierleiter Sigmund den interessierten Waldbegehern die Ausgleichmaßnahme für das Baugebiet Brückengut, wo zum einen eine Waldfläche im Naturbewuchs, zum anderen ein Feuchtbiotop angelegt werden soll. Sein Kollege Michael Schwarz vom Revier Mudau West macht die Bürgervertreter im Reisenbacher Wald auf die großen Schälschäden und deren Folgen durch Rotwild aufmerksam, die für das Holz einen großen und irreparablen Wertverlust darstellen. Sein Thema waren Schadensersatzregelungen und für die Zukunft Präventivmaßnahmen. Doch die Beteiligten Gemeinderundfahrt wollten sich auch ein ,,Vorortbild“ machen und kamen damit den Vorstellungen von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zu Beginn am Mudauer Rathaus: ,,Um Entscheidungen bei einer Gemeinderatssitzung oder in der Verwaltung treffen zu können, ist es wichtig und auch dringend notwendig, dass man fundierte Grundlagenkenntnisse vor Ort sammelt und sich über diverse Bauvorhaben sowie Baufortschritte direkt informiert“. So bestimmte nach dem gemeinsamen Mittagessen im ,,Reisenbacher Grund“ eine gründliche Gemeinderundfahrt den Nachmittag. Im Ortsteil Reisenbach wurden die Straße ,,im Grund“, der Hochbehälter und der Kanal in der Kirchstraße besucht und dabei Probleme erfasst. In Schloßau ging es in erster Linie um die Kläranlage, Regenüberlaufbecken und die Oberflächenentwässerung ,,Kinzert“, denen sich die Stationen mit dem Ausbau der Mörschenhardter Straße, der Grundschule Schloßau und das Baugebiet ,,Burggewann“ anschlossen. Die Kanalisierung und der Ausbau in der Ernsttaler Straße, die Gemeindeverbindungsstraße Mörschenhardt nach Schloßau und die Dachsanierung des Alten Rathauses interessierte die Teilnehmer im Anschluss in Mörschenhardt, ehe es weiter nach Donebach ging. Hier standen das Gräberfeld des Friedhofes und die Besichtigung des Dachgeschosses im Schulgebäude auf der Tagesordnung. Weitere Station war die Zentralgemeinde Mudau, wobei man sich u.a. auch mit dem Bauplatz ,,Schröpfer“ und dem Gewerbegebiet ,,Stöckig“ befasste. Besonderes Interesse der Teilnehmer galt der Druckerhöhungsanlage und dem weiteren Bauabschnitt im Erschließungsgebiet ,,Brückengut“, die Verschleißdecke und die Regenrückhaltung im Zusammenhang mit dem Ausbau der Landesstraße L 585. Ebenfalls die Oberflächenentwässerung im zweiten Bauabschnitt in Steinbach, der dortige Hochseilgarten, die Resterschließung ,,Sommerberg“ sowie eine Standortbesichtigung der Windkraftanlagen, waren Gegenstand der Besichtigungstour in Steinbach. In Rumpfen interessierte die Abwasserbeseitigung und das ,,Hoffeld“, ehe man in Langenelz den Gehweg zum Friedhof und das Baugebiet ,,Struthäcker II“ besichtigte. Der Spielplatz, Straßenlampen, die Kapelle in Unterscheidental sowie das Baugebiet ,,Neuer Garten II“ wurden in Scheidental in Augenschein genommen. Im Rahmen eines Abschlussgespräches im Gasthaus ,,Linde“ in Unterscheidental wurden die verschiedensten Problemfelder angesprochen, diskutiert und als Grundlagen für mögliche Entscheidungen mit auf den Nachhauseweg genommen. Lob gab es auch für einige gelungene Baumaßnahmen und für die Tatsache, dass die Gemeinde Mudau auch künftig im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten erhebliche Investitionen zur Erhalt und Ausbau des Gemeinwesens tätigen werde. (L.M.)