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Prächtige Stimmung bei "Wassersucher-Prunksitzung"

Mudi Hajo! Noch mehr als in den Vorjahren hatte sich die Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher, kurz KaGeMuWa, in dieser Kampagne auf die närrischen Kräfte aus eigenen Reihen besonnen.

Bei immerhin 22 Programmpunkten der großen Prunk- und Fremdensitzung waren lediglich zwei Gäste aus dem Narrenring Main-Neckar zu verzeichnen. Mit 100prozentiger Rückendeckung von Wassersucherrat, Garden und dem „weltbekannten“ Wassersucher Nobby Münch hatten die Sitzungspräsidenten Uwe Lenz und Helmut Korger jr., kurz LeKo, die kurzweilige Moderation des wirklich langen Abends unter dem Motto „sou billich wie hejt kriechscht’s nimmer“ absolut souverän im Griff. Daran konnte auch die Kritik von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger nicht rütteln, dem die bisherigen Veranstaltungen der Kampagne zu billig und die KaGeMuWa zu knauserig gewesen waren. In der Revanche überreichten ihm LeKo ein Ergänzungsschild zum Kulturhistorischen Rundweg, das vor seinem Haus alle Feierwilligen von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr kostenfrei zu Essen und Trinken und Tanz einlädt. Dennoch oder deswegen übergab er die Schlüsselgewalt der Regentschaft nur zu gerne an Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Claudia I., und seine Tollität ,Prinz Peter II. (Hofmann), sogar noch unter Beigabe eines Glücksordens. Offensichtlich hatten die beiden sportlichen Monarchen auch ihn mit ihrer „Regierungserklärung“ überzeugt. Zwar noch etwas holprig, dafür aber von Herzen war ihr verbaler Einsatz zugunsten der Mudemer Fröhlichkeit und Feierlaune – nicht nur während der närrischen Tage. Das habe das Löwenkönigsspektakel gezeigt. Und mit den leeren Versprechungen der großen Politik könnten sie eh nichts anfangen. Zeugen dieser Amtsübernahme waren in der voll besetzten närrisch geschmückten Odenwaldhalle neben zahlreichen Ehrengästen auch die närrischen Abordnungen aus Hettingen, Tauberbischofsheim, Hettigenbeuern, Waldstetten Limbach, Walldürn und aus allen Mudauer Ortsteilen. Der tänzerische Auftakt des Abends lag in der Verantwortung der Minigarde, und die 15 Mädels meisterten ihr Aufgabe mit Bravour. Obwohl sie ihren Gardetanz in der Rekordzeit von nur zwei Monaten eintrainiert hatten. Natürlich kaum zu überbieten war die Präsentation des Schautanzes „Mitten in Asien“ durch die 29 Fastprofis der TSC Walldürn. Nicht umsonst sahnt die Truppe bei allen Wettbewerben erste Plätze ab und belegte im letzten Jahr sogar den 3. Platz bei den Gesamtdeutschen Meisterschaften. Damit konnte Tanzmariechen Melissa Schell zwar nicht aufwarten, doch dafür ist sie die ungekrönte Mudauer Gardetanzkönigin. Und die KaGeMuWa ist nun schon einige Jahre stolz auf dieses Temperamentsbündel. Mit dem Schautanz „1001 Nacht“ überzeugte die Mudauer Prinzengarde charmant und abendländisch verführerisch das Mudauer Narrenvolk. „Die Schäden der Emanzipation“ machten die SHOW-Boys Paul Scheuermann, Ralf Lorenz, Otmar Haas, Wolfgang Salz, Markus Hohn, Norbert Schölch, Stefan Schäfer, Bernhard Dambach und Harald Lorenz als Männerballett von KaGeMuWa und TSV-Freizeitgruppe so deutlich, dass so manchem im Publikum die Lachtränen über die Wangen liefen. Denn wie LeKo deutlich machten ,Wenn Männer putzen oder sich um die Kinder kümmern, dann ist das Emanzipation, wenn sie zuhause nichts zu sagen haben, ist das normal“. Und wenn das in Mudau passiert, dann ist Fasching. Enorme Kondition erforderte der zackige Gardetanz der Wassersuchergarde. Bewundernswerterweise verging den 14 jungen Damen bei aller Anstrengung dennoch nicht das Lächeln. Mit der gleichen Begeisterung präsentierte die Gemischte Schautanzgruppe Mudau ihren Schautanz „Fraggles and Friends“, bei dem so mancher in Erinnerung an seine Kindheit schwelgen konnte. Diese Punkte ließen sich nur die Augen der Zuschauer aufleuchten, sondern sorgten auch für die notwendigen Erholungspausen pro Zwerchfellmuskulatur. Und die passenden Überleitungen bzw. Ein- und Ausmärsche kredenzte in gewohnt perfekter Manie die Odenwälder Trachtenkapelle unter Leitung von Norbert Banschbach und Stabführung von Ralph Müller und Mario Zettl. Gar nicht so einfach bei der Bandbreite, die Bütt-technisch im Programm war. Zunächst war hier der „Erschtklässler“ Holger Löffler aus Waldstetten zu nennen. Der Büttenprofi machte den Stress des 1. Schultages bereits zum 5. Mal mit und wird wahrscheinlich auch noch ein 6. Mal dabei sein, denn noch seien ihm die Lehrer in Sachen „Wissen“ nicht gewachsen. Von ganz anderen Problemen berichtete „Teilzeit-Single“ André Mechler, der alle wichtigen Leute begrüßte, vor allem „Mr. Löwenkönig Rally“, denn der „hot mei Fraa im letschde Johr mehr gsähe als ich“ und damit das Dilemma „André allein zuhaus“ ausgelöst. Das sei soweit gegangen, dass er sogar Sponsering übernommen hatte, nur um seine Frau mal wieder einen Abend sehen zu können. Eintrittskarten waren ja kaum zu bekommen. Kein Thema für „Siggi, der Supertyp“, alias Simon Hauk. Dieser hatte eigentlich zusammen mit seinem Freund Spiderman auftreten wollen, doch der hatte beim Telefonieren grade kein Netz. Also müsse er seinen Sexappeal alleine präsentieren, denn „die Faschnacht in Mudi is schej“. Noch mehr Sexappeal betrat mit „Julischka“ alias Marika Hofmann die Bretter, die die Welt bedeuten. Schließlich ist das Temperament der Ungarinnen sprichwörtlich und dieses Exemplar kam so ohne weiteres an „keinem scheenen Mann“ in der Halle vorbei. Und sie gab zu, es nur auf das Beste der Männer abgesehen zu haben, nämlich „Karte von Scheck“ und Spaß am Leben. „Mer soll die Feschte feiern wie se falle“ meinte auch Partylöwe Werner Walter von den Schernemer Eckenarre und hetzte von Party zu Party. Dabei sorgte er losem Mundwerk natürlich für die richtige Stimmung bei der richtigen Grundlage und jeder Menge Tipps für die richtigen zwischenmenschlichen Beziehungen. Und dann war es endlich soweit. Lange hatte man sie nicht mehr zusammen auf der Bühne erlebt: Die „Original Mudemer Maulaffe“ mit Reiner Kistner, Ralph Müller, Klaus Dambach, Rolf Mechler, Rainer Münch, Marco Scheiwein, Ralf Hauk und Wolfgang Mai. Getarnt in afrikanisch anmutenden Gesang und der Geschichte des Löwenkönigs wurde in dezentem, aber überdeutlichen Ton das Ortsgeschehen glossiert, denn Hyänen lügen nicht und Schloßsauen fressen nicht, sondern saufen nur. Und es war festzustellen, dass die Original Maulaffe noch immer unschlagbar „a capella“ und „a comedien“ unterwegs sind. Ein Sketch des „Hühnchen-TV-Teams“ Anna di Lenarda, Timo Huberty und Moritz Sacher beendete bravourös den verbalen Programmteil und demonstrierte eindrucksvoll, was so alles passieren kann, wenn zwei Fernseh-Gymnastik-Wütige die Ansage einer Programmänderung verpassen. (L.M.)