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Gemeinde Mudau investiert in die Zukunft

Schloßau/Mudau. (ao) Nur wenige Tage, nachdem Umweltministerin Tanja Gönner und Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner grünes Licht gegeben haben für die Neustrukturierung der Abwasserbeseitigung in Schloßau, erfolgte am Mittwoch Nachmittag mit dem symbolischen ersten Spatenstich für das neue Regenüberlaufbecken, das im „Fuchseneck“ im Talbereich unweit der Kläranlage im Zuge der Neuordnung der Abwasserbeseitigung entsteht, der offizielle Startschuss für dieses Großprojekt.

Ende des kommenden Jahres soll alles fertig sein, dann wird die aus dem Jahre 1971 stammende Kläranlage aufgegeben und das Abwasser zum Mudauer Klärwerk gepumpt. Die Gesamtkosten für Regenüberlaufbecken, Abwasserpumstation und Abwasserdruckleitung belaufen sich auf rund 2,22 Mio. Euro. Beihilfen aus Mitteln der Wasserwirtschaft erwartet die Gemeinde Mudau in Höhe von 1,26 Mio. Euro, den Rest muss sie aus Eigenmitteln beisteuern.
Zur Eröffnung dieser Großbaustelle konnte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zahlreiche Gäste begrüßen. Das für 700 Einwohnergleichwerte ausgelegte Klärwerk Schloßau ging im Jahre 1971 in Betrieb und stellte zum damaligen Zeitpunkt eine moderne Anlage dar, die neben der mechanischen Abwasserreinigung durch das nachgeschaltete Belebtschlammbecken über eine vollbiologische Reinigungsstufe verfügt, erklärte der Bürgermeister. Die Reinigungsleistung entspreche heute noch ohne weiteres den gesetzlichen Anforderungen; in Bezug auf die maschinen- und elektrotechnische Ausstattung und vor allem aber in Bezug auf den Zustand der baulichen Anlagen wie Betriebsgebäude und Betonbauwerke sei die Anlage allerdings in die Jahre gekommen. Außerdem sei das vorgeschaltete Regenüberlaufbecken mit einem Volumen von nur 80 m³ wesentlich zu klein, um einen optimalen Betrieb der Anlage zu gewährleisten.
Man sei nun vor der Frage gestanden, eine grundlegende Sanierung der Altanlage vorzunehmen, eine gänzlich neue Anlage zu bauen oder ein anderes Konzept der Abwasserentsorgung für Schloßau zu realisieren, so Dr. Rippberger. Im Rahmen einer vom Ingenieurbüro Sack & Partner aus Adelsheim in enger Abstimmung mit Bernhard Heidingsfelder vom Fachdienst Umwelt beim Landratsamt erstellten Studie seien alle möglichen Varianten untersucht worden. In Abwägung aller ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten komme diese Studie zu dem Schluss, die Kläranlage Schloßau aufzugeben und die Abwasserreinigung in der Kläranlage Mudau vorzunehmen, nachdem in der Mudauer Anlage noch Kapazität vorhanden sei. Und: Im Beilauf mit der Abwasserdruckleitung kann außerdem ein Dreifachbelegungsrohr für Telekommunikationskabel von Mudau bis Schloßau eingepflügt, um die DSL-Versorgung von Schloßau realisieren zu können.
Die Gemeinde Mudau habe mit dem Bau der Mudauer Kläranlage schon vor 15 Jahren das realisiert, was das Land jetzt versuche umzusetzen: Die Zentralisierung von Kläranlagen, betonte Bernhard Heidingsfelder. Das Mudauer Klärwerk sei so dimensioniert, das man auch andere Ortsteile anschließen könne.
Horst Rieß vom Büro Sack & Partner erläuterte das neue Konzept. Es umfasst die Erneuerung von Zulaufleitungen mit Geschieberückhalteschacht, den Neubau eines Regenüberlaufbeckens mit einem Volumen von rund 600 m³ (Durchmesser 12,50 m, mittlere Wassertiefe 4,80 m), dem Bau einer Abwasserpumpstation mit pneumatischen Pumpen und darauf angeordnetem Betriebsgebäude sowie die Abwasserdruckleitung nach Mudau.
Die Abwasserdruckleitung mit einer Länge von rund 3400 Metern führt zunächst über Feldwege und dann durch den Neuhofwald nach Mudau. Im Bereich des Kleintierzüchterheims in der Neuhofstraße erfolgt die Anbindung an das Kanalnetz Mudau. Die Abwasserpumpen haben hierbei eine Höhe von rund 40 Metern zu überwinden. Im Bereich der unbefestigten Flächen wird die Druckleitung im Bankett der Feld- und Waldwege eingepflügt. Maximal sollen zehn Liter pro Sekunde Abwasser nach Mudau gepumpt werden, sagte Ingenieur Rieß, der auch versicherte, dass es keine Geruchsbelästigungen geben werde.
Im Zuge der Neuordnung der Abwasserbeseitigung Schloßau werden auch Optimierungsarbeiten an der Mudauer Kläranlage, wie z.B. die Verminderung des Volumens der Vorklärbeckens und der Einbau einer neuen Rechenanlage durchgeführt. Das eingesparte Beckenvolumen wird als Pufferspeicher für das Filtratwasser bei Klär-schlammpressungen verwendet. Außerdem wird die Steuer- und Regelungsanlage auf den neuesten Stand gebracht.
Klaus Wenninger, Geschäftsführer der Baufirma Albert Amos (Brackenheim) dankte für den Auftrag und versicherte, dass man sich größte Mühe geben werde, die Arbeiten zur Zufriedenheit auszuführen. Nächste Woche werde man loslegen und als „erste Überraschung“ die großen Sandsteine gleich unter dem Mutterboden wegräumen.
Ortsvorsteher Herbert Münkel dankte abschließend allen, die die Schloßauer in ihrer Zielsetzung unterstützen und versprach nach Fertigstellung der Arbeiten wieder ein „ordentliches Feschtle“.