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Johann-Strauß-Orchester Frankfurt lief vor einem hochgestimmten Publikum im Schlosshof Waldleiningen zu großer Form auf

Mudau. Ein Feuerwerk beliebter und bekannter Melodien aus Musical, Oper und Operette sowie Walzer, Polkas und Märsche entfachte das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt am Samstagabend vor einem begeisterten Publikum im traumhaften Ambiente des Innenhofs von Schloss Waldleiningen.

Ein Wetter, wie es besser nicht hätte sein können, beflügelte nicht nur die Stimmung der zahlreichen Besucher, sondern auch die Musiker unter Stabführung von Stefan Ottersbach, dem es im zweiten Teil des Konzerts beim „Dorfkinder-Walzer“ von Emmerich Kalman tatsächlich gelang, rund zwei Dutzend Paare zum spontanen Walzertanz auf dem doch etwas holprigen Pflaster im Schlosshof zu bewegen. Das äußerst präzise Spiel und die spürbare Begeisterung der Ausführenden bescherten dem Publikum einen musikalischen Hörgenuss.
Schon in der eröffnenden Nummer, die wie von feurigen Rossen durchgaloppierte Ouvertüre zu Franz von Suppés Operette „Die Leichte Kavallerie“, ließ das Orchester seine musikalischen Tugenden erkennen: schmissiges, spritziges Spiel, das kontrastiert mit der dunklen Klangfarbe des Horns, den warmen Klängen der Streicher und schließlich der eingängigen Walzermelodie ...
Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger hieß dann die Gäste willkommen. Unter ihnen Andreas Fürst zu Leiningen, Hoheheit Alexandra Prinzessin zu Leiningen, Graf von Merveldt sowie zahlreiche Bürgermeisterkollegen auch aus dem bayerischen Nachbarland, die damit zeigten, dass „Musik keine Ländergrenzen kennt, sondern sie locker überwindet“.
In Kooperation mit dem Fürstenhaus zu Leiningen habe die Gemeinde Mudau nach 2006 erneut das „Johann-Strauß-Orchester Frankfurt“ für den Konterabend im Rahmen des Mudauer Sommerprogramms verpflichten können. Den Musikern mit ihrem Leiter Dr. Heinz Ecker und Dirigent Stefan Ottersbach sowie der Solistin Deborah-Lynn Cole galt natürlich sein besonderer Gruß.
Die Musik habe im Fürstenhaus zu Leiningen eine große Tradition, sagte Haus- und Schlossherr Andreas Fürst zu Leiningen. Auch die Schlosskonzerte in Waldleiningen hätten schon fast Tradition. Zum fünften Mal schon finde die Veranstaltung statt, und die Besucherzahlen stiegen von Mal zu Mal. Sein Dank galt vor allem den Organisatoren des Abends.
Orchester, Gesangssolistin und Dirigent haben vom ersten Akkord an die Herzen der mehreren Hundert Zuhörer erobert und liefen vor einem hochgestimmten Publikum zu großer Form auf, und Dirigent Stefan Ottersbach führte souverän, moderierte mit Witz und Charme und versicherte zum Abschluss: „Es hat uns Spaß gemacht, hier zu spielen“. Kein Wunder, dass die Musiker nicht ohne Zugaben von der Bühne durften.
Der Namensgeber des Orchesters, Johann Strauß und die Strauß-Dynastie, standen im Mittelpunkt des Freiluft-Konzertes „Zauber der Musik“. Aber auch Musical-Melodien von Andrew-L. Webber, Lenard Bernstein und John Williams waren zu hören. Das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt zählt zu den „Spezialisten der leichten Muse“. Diesem Attribut wurden die Musiker einmal mehr voll gerecht.
Nichts, was schwer verdaulich wäre, alles locker, fröhlich, entspannt. Das beginnt schon mit den Kostümen – weiße Jacketts für die Herren, die Musikerinnen thronen in bunten Abendroben auf der Bühne. Es mögen Äußerlichkeiten sein, aber zum stimmigen Gesamtbild tragen sie doch bei. Und der Eindruck von Leichtigkeit, die sich hier schnell einstellt, ist kein Zufall. Denn äußerst präzises Spiel und spürbare Begeisterung der Ausführenden bilden die Basis.
Der Star des Abends war zweifellos die hervorragende Sopranistin Deborah-Lynn Cole, die mit ihrer wundervollen Sopran-Stimme glanzvoll-strahlend nicht nur bei Emmerich Lalmanas „Heia, in den Bergen“ aus „Die Csardasfürstin“ oder Webbers „Don’t cry for me“ aus „Evita“ ihrer flexiblen, dem Orchester gegenüber stets in Führung bleibenden Stimme, strahlende Spitzentöne entlockte. Sie meisterte auch höchste Höhen und Schwierigkeiten scheinbar mühelos und versetzte ihre Zuhörer in geradezu andächtige Stimmung.
Die Besucher waren begeistert von der charmanten Ausstrahlung der Sängerin, und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, ganz begeistert von dieser Stimmgewalt, dankte ihr nach Abschluss des offizellen Programms mit einem Blumenstrauß und gestand: „Auf einen Tanz mit Ihnen wäre ich vorbereitet gewesen“ (bei den Zugaben kam er dann schließlich noch in diesen Genuss).
Dank sagte der Bürgermeister auch allen, die an der Organisation des Konzerts beteiligt waren: Christoph Müller, der Bauhof der Gemeinde, die Fürstlich-Leiningensche Verwaltung, die Klinikverwaltung und schließlich der Feuerwehr Schloßau für den Ordnungsdienst. Er freue sich schon heute auf eine Fortsetzung dieser Konzertabende.
Schon vor dem Auftritt zum Einlass, während der Pause und nach dem Konzert sorgte die Schlossküche Waldleiningen für das leibliche Wohl der Gäste.
Von Alexander Ott