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"Benefiz-Liedermacher-Festival" in Waldauerbach

Waldauerbach. Die Kfz-Kennzeichen auf den großen Wiesenparkplätzen in Waldauerbach zeigten Fahrzeuge aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland am vergangenen Samstag rund um das „Haus der Stille“, das an diesem Tag so gar nicht stille war.

Ganz im Gegenteil. Elisabeth Sandel und Barbara Althoff-Koch hatten in ihre „Schule für Personale-Initiatische Therapie nach K. Graf Dürckheim zum „Sommerfest“ eingeladen, das eigentlich als Benefiz-Liedermacher-Festival der gehobenen Klasse bezeichnet werden musste. Grund für diese ungewöhnliche Initiative, war die Tatsache, dass immer mehr Menschen therapeutische Begleitung suchen, diese aber nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können. Die Gründe vielfältig: Weil sie Leibarbeit im Sinne einer Behandlung brauchen, die nicht von der Kasse bezahlt wird. Weil sie in einer Krise nicht monatelang auf einen Therapieplatz warten können. Weil sie aus Sicht der Krankenkasse austherapiert sind, aber aufgrund tiefer Traumatisierung weiterhin therapeutische Begleitung brauchen. Weil sie von ihrem schwierigen Alltag eine zeitlang Abstand suchen zur persönliche Neuorientierung und Regenerierung ihrer Kräfte. Weil sie von der initatischen Therapie existentielle Hilfe erwarten. „Wir können sie nicht (mehr) alleine auffangen“, so die beiden Therapeutinnen, „darum möchten wir einen Hilfe-Fonds gründen, der von zwei Kolleginnen der Kreissparkasse Taubertal verwaltete werden soll“. Als ersten Grundstock haben Elisabeth Sandel und Barbara Althoff-Koch schon mal 1.000 Euro in diesen Fond gelegt und nun mit bekannten Freunden ein Kulturelles Highlight organisiert, das sich sehen und hören lassen konnte. Dieser Meinung waren auch die unzähligen Gäste aus nah und fern, die das Open-air-Konzert sichtlich und hörbar bis in die späten Abendstunden genossen. Es war ja auch für jeden Geschmack etwas dabei. Als Gastgeberin und weit überregional auch als Liedermacherin bekannt, präsentierte Elisabeth Sandel zur Gitarre tiefsinnige und humorvolle Einsichten einer Therapeutin und zusammen mit ihrem Ensemble, bestehend aus Irmtraud Weber (Geige) und Silke Busch (Klarinette), eigene Lieder und Klezmer-Traditionals. Der Mosbacher Acoustic guitar artist Fritz Peischel formte die naturbelassenen Klänge seiner Gitarre durch offene Harmonien zu fließenden, entspannenden und besinnlichen Instrumentalstücken, deren Reiz man sich kaum entziehen konnte. Heftige Attacken auf‘s Zwerchfell produzierte Roswitha Scherer-Gehrig – bekannt als eine der MOS-kito-Kabarettistinnen, mit ihren vergnüglich hintergründigen Beiträgen. Und mit Witz und Tiefgang nahm der Berliner Songpoet Trollius Weiss seine Zuhörer mit auf die All-Inclusive-Reise nach innen. Und schließlich brachte „freywolf“ mit Engelbert Frey (Gesang), Hartmut Schmidt-Wolf (Gitarre) und Martin Sandel (Sax/Flöte/Perc.) die Stimmung mit ihrer swingenden Musik von deutschen Schlagern der 20er Jahre bis hin zu Jazz-Standard, Balladen und Bossa Nova auf den Höhepunkt. Auf jeden Fall zeigten sich die Gäste in ihrer Begeisterung so großzügig, dass der Fond vorerst greifen kann. Im Falle einer Hinfälligkeit des Fonds wird das Geld der Organisation „Der weisse Ring“ zugute kommen. (L.M.)