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Besonderes Stück Heimatgeschichte wieder aufgestellt

Mudau. Er hat seine ganz besondere Bedeutung, dieser Bildstock in der Nähe der Rumpfener Strasse, von dem man annimmt, dass er an der früheren Hauptverbindungsstrasse Mosbach – Amorbach für einen damals schon erheblichen Betrag aufgestellt worden war.

Wie Hans Slama vom Heimat- und Verkehrsverein Mudau erläuterte, galt Nikolaus Hoof als einer der bedeutendsten Künstler Mudaus und seine wunderschönen Bildstöcke waren in den 70er Jahren so begehrt, dass leider viele dieser Kleinode einfach „geköpft“ und als Kunstwerke gehandelt wurden. Der erbärmliche Zustand des genannten Flurdenkmals erregte damals die Aufmerksamkeit und den dringenden Handlungsbedarf des Förderkreises zur Erhaltung der Flurdenkmäler, den der Breubergbund ins Leben gerufen hatte. Er war Ausgangspunkt für die detaillierte Katalogisierung sämtlicher Odenwälder Klein- und Flurdenkmäler. Und schon diese brachte einige „Selbstbediener“ dazu, ihre Beute zurück zu geben. Der Bildstock bildete also Ausgangs- und ist nun auch Schlusspunkt einer sehr umfangreichen Arbeit. Ein Versuch, das Stück schon damals zu restaurieren, scheiterte für HVV und Förderkreis an den Finanzen. Im Beisein der Grundstückeigentümer Wolfgang und Erna Geier, Heinz Reitz als Vorsitzender des Förderkreises zur Erhaltung der Flurdenkmäler, Ortsvorsteher Kurt Müller, Bildhauer Ralf Drolshagen, Vorsitzende Sonja Rottenfußer und einem ansehnlichen Team vom Heimat- und Verkehrsverein wurde das umfangreich restaurierte Kunstwerk nun an – aus Sicherheitsgründen - etwas verrückter Stelle wieder seiner Bestimmung übergeben. Ein besonderer Dank von Hans Slama galt der hervorragenden Kooperation zwischen HVV, Gemeinde und Förderkreis sowie Landesdenkmalamt als Geldgeber für diese zwangsläufig kostspielige Sanierung und Reproduktion. Zig Monate an Zeitaufwand sowie harte Arbeit, unerschöpfliche Geduld, künstlerische und fachmännische Gaben benötige Ralf Drolshagen für dieses besondere Stück Heimatgeschichte. Denn im Original vorhanden waren nur noch die untere Schriftplatte aus dem Jahr 1755 und die malträtierte Säule, die jemand ohne Sockel in den Boden betoniert hatte. Hier galt es zu retten, was möglich ist, ohne zu Verändern. Alles andere musste nach Vorlage des Heimatbuches „Mudau im Wandel der Zeit“ in fast unendliche Kleinarbeit reproduziert werden. Allein das Bild der „schmerzhaften Mutter“ nahm den Künstler rd. 80 Stunden in Anspruch. Ralf Drolshagen dankte dem Förderkreis zur Erhaltung für Flurdenkmäler, mit dem er in den 20 Jahren seiner freiberuflichen Bildhauertätigkeit schon ebenso oft wie vertrauensvoll und harmonisch zusammen gearbeitet hat. Ortsvorsteher Kurt Müller erinnerte sich, dass an diesem Bildstock traditionell die Fußwallfahrten nach Walldürn begannen. Er bestätigte, dass die Bürger von Mudau ebenso wie Gemeinde- und Ortschaftsverwaltung sich aus diesem Grund ganz besonders über das wirklich gelungene Werk freuen und dankte allen, die in irgendeiner Form zum Gelingen dieser Aktion beigetragen hatten. Besonders aber Ralf Drolshagen für dessen besondere künstlerische Gabe, die neben seinem handwerklichen Können gerade an diesem Bildstock sehr deutlich werde. (L.M.)