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Überzeugendes Frühlingskonzert des Gesangvereines Mudau

Mudau. „Oh, wie schön ist die Welt“ war der Titel des ganz besonderen Jahreskonzertes des Gesangvereines „Frohsinn 1842“ Mudau in der mediterran frühlingshaft geschmückten Odenwaldhalle.

Und diese Überschrift lebte der gastgebende Verein unter musikalischer Leitung von Bernold Ballweg in seinem Programm ebenso überzeugend wie der Frauenchor „Vocalis“ des Gesangvereins 1861 Höpfingen unter Dirigent Gerhard Bönig, der als Gastchor das passende Pendant zu dem stimmgewaltigen Männerchor bildete. Nicht umsonst lief das Konzert unter der Serie „Mudau G’schmackvoll“. Doch das hatte erst in zweiter Linie mit der innovativen Speisekarte des Abends zu tun, und in erster Linie mit der sehr geschmackvollen Darbietung eines „Volksliederabends“. Das Publikum zeigte sich hellauf begeistert mit stürmischem Beifall, Staccato-Zugabe und der ungeteilten Aufmerksamkeit für die Klangkörper während des musikalischen Programms. Denn die Organisatoren um den 1. Vorsitzenden Stefan Schäfer und Dirigent Bernold Ballweg waren definitiv neue und lobenswerte Wege gegangen. So hatte man beispielsweise auf die oft üblichen und meist sehr langatmigen Moderationen verzichtet, schließlich lag das Programm ja auf den Tischen aus. Dafür meldete sich zwischendurch Harald Grimm mit kurzen und kurzweiligen sowie äußerst passenden Rezitationen, z. B. „Musch du a emol?“ von Harald Hurst oder einem Streich aus der „Feuerzangenbowle“ mit dem scheinbar „unmusikalischen“ Pfeiffer mit drei Ef. Mit einem Vorspann zu Ernst Fischer’s „Wanderliedchen“ marschierten die Sänger fröhlich trällernd ein, um sich unter dem Beifall des Publikums vor der schallschluckenden Bühne zu platzieren. Und nach der verbalen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden ertönte – teilweise am Klavier begleitet von Gerhard Bönig - in überaus ansprechender Weise und hörenswerten Arrangements nach „An den Frühling“ von Franz Schubert, das überaus bekannte „Wenn alle Brünnlein fließen“ (Kurt Lissmann) vor „Zum Tanze, da geht ein Mädel“ (Wilhelm Schrey), dann das Rheinische Fuhrmannslied (Paul Zoll), „Donaustrudel“ (Wilnfried Siegler-Legel) und schließlich das hintergründige „Ich ging emol spaziere“ (Hermann Brucker). Wer die Mudauer und speziell „De kleene Bus“ des Gesangvereins kennt, weiß, dass sich diese Besetzung immer etwas Außergewöhnliches einfallen lässt. Und sie enttäuschten ihr Publikum auch diesmal nicht und brachten zwei Stücke von Hans Unterweger. Nachdem sie mit dem Solisten Uwe Lenz, der den 20er-Jahre-Stil perfekt drauf hatte, zweifelnd gefragt hatten „Kann man Frauen trauen“, stellten sie selbstbewusst und liebenswert fest „Männer mag man eben“. International wurden die Mudauer Sänger des Gesamtchors mit den Stücken „I manan skimmar“ (August Södermann, Hugo Alfvén) aus Schweden, dem karibisch klingenden „Fragancia“ (Robert Sund), dem Parade-Western-Background „Shenandoah“ (Karl-Heinz Jäger) mit Solist Thomas Galm, der deutschen Version des „Ol’ Man River“ (Jerome Kern und Eddy Rhein) und Klaus Burkardt als Solist sowie „There is a Balm in Gilead“ (William Levi Dawson) und Solist Christoph Müller. Auch die Präsentation einer solchen Vielzahl von Solisten scheint ein Novum zu sein, wenn auch ein erfreuliches, denn der Gesangverein „Frohsinn“ kann stolz auf dieses Potential sein. Falls eine Bereicherung dieses Konzerts überhaupt noch möglich war, so gelang dies durch den Höpfinger Frauenchor „Vocalis“ unter Dirigent Gerhard Bönig. Auch dieser Klangkörper präsentierte ein Repertoire, das international, zeitlos und überaus ansprechend ertönte. Sie ließen „Lullaby of Broadway“ (Harry Warren) ebenso fröhlich erklingen wie „Oh, Happy Day“ (Traditional) mit Solistin Miriam Barth, „Chiquitita“ (Benny Andersson und Björn Uvaeus) oder „Rum and Coca Cola“ (Jeri Sullavan und Paul Baron). Begeistert wurde auch aufgenommen „Du hast den Farbfilm vergessen“ (Michael Heubach und Kurt Demmler), „Those were the days“ (Gene Raskin) und „You’re the Inspiration“(Peter Cetera und David Foster). Mit dem gemeinsam gesungenen „Wenn dir das Glück lacht“ von Otto Groll verabschiedeten sich die Chöre von Ihrem absolut begeisterten Publikum und umrahmten die Dankesworte von Stefan Schäfer an alle, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten. (L.M.)