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Aurora Symposium

Mudau. Schon die extreme Anhäufung von Pkw’s mit Kennzeichnen aus ganz Deutschland, aber auch weit über die Landesgrenzen hinaus kündigte eine Besonderheit im Industriegebiet Röckel an.

Und „besonders“ konnte man den Anlass für den festlichen Empfang bei AURORA Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG wirklich nennen. Wie Geschäftsführer Hannes Wolf ausführte, habe die Firma immer vorausschauend investiert und die große Fertigungstiefe, die eigene breite Produktfamilie und die spezifische Entwicklungsleistung für ihre Kunden hätten Aurora erfolgreich wachsen lassen. So sei der Umsatz in den vergangenen fünf Jahren um 80% angestiegen. Jedes Jahr würden 30 bis 40 Serien-Neuanläufe realisiert. Wachstum und Innovation erfordern eine gesunde Finanzkraft. So werden in Maschinen, Gebäude, Entwicklungstools und Werkzeuge jährlich zwischen 1,3 und 1,8 Mio. € investiert. In diesem Jahr werde jedoch ein Spitzenwert von 2 Mio. € erreicht, weil eine neue Produktionshalle mit 1.000 Quadratmetern (Löterei und Wärmetauschervorfertigung) zusammen mit der großen Klimakammer in Betrieb genommen wird. Man sei stolz auf den berechtigten Slogan „Heiz- und Klimakomponenten aus einer Hand“, und da man auf Kleinserien für Nutzfahrzeuge spezialisiert sei, wolle man die Zukaufteile auch weiterhin auf ein Minimum reduzieren. Nur so könne man den Wünschen und Anforderungen der Kunden nahezu hundertprozentig entgegen kommen. Mit einem anspruchsvollen Vier-Stunden-Programm informierte die Geschäftleitung der Firma AURORA – Klimatechnik für Nutzfahrzeuge nahezu hundert überaus interessierte Kunden. Zunächst mit einem großen Firmenrundgang, der so präzise organisiert war, dass sich die zehn Visitationsgruppen nicht ins Gehege kamen und doch in den einzelnen Abteilungen oder auch bei den Ständen der AURORA-Kooperationspartner Ipetronik und SMH ihren Wissensdurst weitgehend stillen konnten. Dabei wurde deutlich, dass die Klimatisierung durch Ipetronik mit modernster Messtechnik ausgerüstet wird, die einen Temperaturmessumfang von – 40°C bis + 125°C garantieren. SMH dagegen hat sich spezialisiert auf die optimale Ausrüstung der Fahrzeuge mit den Kältemittelleitungen, optimal in Länge und Durchmesser. Aurora selbst entwickelt und liefert heute Komponenten, Geräte und komplette Anlagen für Heizung, Lüftung und Klimatisierung von Nutzfahrzeugen. Weltweit zählen namhafte Hersteller zu den Kunden - wie beispielsweise MAN, Daimler/Evobus, Irisbus, Caterpillar, Agco, Terex. Mit 180 Mitarbeitern in Mudau und 25 Mitarbeitern in der Türkei werden in diesem Jahr 30 Mio. € umgesetzt, davon 63% im Export. Der Focus der Vertriebs- und Entwicklungstätigkeiten liegt auf Fahrzeugen, die in mittleren Stückzahlen bis etwa 10.000 Einheiten p.a. gefertigt werden. Dies sind beispielsweise Busse, Maschinen für die Bau-, Land- und Forstwirtschaft, Mobilkräne, Gabelstapler und Sonderfahrzeuge. Aurora zeichnet sich durch ein umfassendes eigenes Produktprogramm aus. So werden Komponenten wie Luftauslässe, Wasserventile, Bedienteile, Wärmeübertrager und Gebläse auf die spezifischen Anforderungen der Nutzfahrzeuge im eigenen Haus entwickelt. Diese Komponenten werden einzeln vermarktet oder sind Bestandteile von kundenspezifischen Heiz- und Klimageräten.
Insgesamt vierundzwanzig Techniker und Ingenieure arbeiten mit modernen Tools und Methoden in der Entwicklung, z.B. an neun 3D-CAD Arbeitsplätzen, mit Simulations-Software zur Auslegung der Klimaanlagenleistung, ebenso wie der Luftverteilung im Fahrzeug oder mit hochentwickelten Mess- und Prüfständen zur Validierung des Entwicklungsergebnisses.
Mit der neu installierten großen Klimakammer können Fahrzeuge bis 15m Länge, 4m Höhe und 3,5m Breite klimatechnisch untersucht werden. Die Kammer kann auf 50 Grad Celsius und 60% Luftfeuchte konditioniert und die Sonnenlast mit einer Stärke bis 1500 Watt/m² simuliert werden. Mit dieser Einrichtung ist es möglich, die komplette Klimaanlage und deren Regelgüte mit den realen Ansaug- und Luftverteilungsverhältnissen einschließlich der Motorlast zu untersuchen. Damit ist Aurora in der Lage, die gesamte Bandbreite der Entwicklung abzudecken. Der Fahrzeughersteller kann so mit einem optimierten System in die Felderprobung gehen. Eindrucksvoll wurde dies während des Rundgangs anhand eines neuen Feuerlöschfahrzeugs des Frankfurter Flughafens demonstriert, das die Klimakammer weitgehend ausfüllte.
Bemerkenswert ist die große Fertigungstiefe von Aurora. So werden z. B. die Wärmetauscher für Verdampfer und Verflüssiger in Rundrohr-Cu Aluminium und für Heizkörper in gelöteter Buntmetall-Technologie selbst hergestellt. Das Umformen beispielsweise der Wasserkästen, Walzen der Cu-Lamellen, Rohrumformen und Rohrendbearbeitung oder Fertigen der wasserführenden Rohre gehören zu den Teilschritten dieser Fertigung.
Die Gehäuse werden im Haus in drei unterschiedlichen Technologien gefertigt. Für kleine bis mittlere Stück-zahlen als Blechgehäuse aus Stahl, Aluminium oder Edelstahl auf drei Fertigungslinien mit hochmodernen Stanz-Nibbelmaschinen, Kanten und Punktschweißmaschinen. Für große Stückzahlen als Kunststoff-Spritzgussteile aus 6 Spritzgussmaschinen von 50t bis 900t Schließkraft. Oder für komplexe großflächige Tei-le als GFK-Teile, die von der Tochterfirma in der Türkei hergestellt werden. Blechteile und Heizkörper erhalten ihren Pulverlack in der eigenen Lackiererei. Diesem Rundgang schlossen sich vertiefende Fachvorträge an. Hierbei referierte ord. Prof. a. D. Dr.-Ing. Heinz Bach als früherer Leiter des Instituts für Gebäudeenergetik der Universität Stuttgart zu dem Thema „Behaglichkeit – ein Erkenntnisproblem oder eine technische Aufgabe“. Prof. Dr.-Ing. Wolfram Stephan, Leiter des Instituts für Energie und Gebäude der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg ergänzte mit Fachinformationen zum „Einsatz von Simulationsverfahren zur Produktentwicklung und Kundenberatung“. „Aurora-Validierungsprozesse im Entwicklungsablauf“ erläuterten als Aurora-Entwicklungsleiter Dipl.-Ing. Walter Leutz und Dipl.-Ing. (FH) Martin Müller von der Aurara-Versuchsateilung. Als abschließendes Fachvortrag-Thema stand die „Messdatenerfassung von Kraftfahrzeug-Prototypen“ durch Dipl.-Ing. (BA) Andreas Wocke, Director Sales and ‚R & D der Firma Ipetronik GmbH & Co. KG. Intensive Gespräche aller Anwesenden bei „Häppchen schlossen sich an bis das jährlich stattfindende Sommerfest für die Mitarbeiter schließlich den gemütlichen Teil des Abends einläutete. (L.M.)