Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Der "Zapperdockel und sein Wock" begeisterte

Mudau. „Spaghetti-Spinatsoßen-Schnurrbart-schön!!!“ ist das Lieblingswort des Zapperdockel. Und wohl kein einziges Kind in der zweimal ausverkauften Aula der Mudauer Grund- und Haupt- mit Werkrealschule vergißt diese Wortkreation jemals wieder, nachdem sie das gelbe Kerlchen im Garten des Wortezüchters und Buchstabenpflanzers Chiderum Rufus Apfelwein immer und immer wieder voll Begeisterung ausgerufen hat.

Das heißt, wenn das sensible Kerlchen nicht gerade am Heulen war. Zu beschreiben ist der in unseren Regionen eher unbekannte „Zapperdockel“ als nicht besonders groß und nicht besonders klein, nicht besonders dick und nicht besonders dünn. Sein Schnurrbart hat genau die Zapperdockel’sche Mittellänge und er steckt voller Begeisterung und Lebensfreude, pflegt mit Hingabe die Buchstabenpflanzen seines Freundes, schlägt über jede neue Blume wahre Purzelbäume und es fällt dem Gärtner Apfelwein leicht, seinen Garten mit ihm zu teilen. Ganz andere Gefühle hegt dieser gegenüber dem grobschlächtigen und griesgrämigen Wock aus der Nachbarschaft. Den versucht er, mit einem Klappzaun von seinem Grundstück fern zu halten, allerdings recht erfolglos. Der Wock trampelt den Zaun nieder, reißt Pflanzen aus und zerstört einiges bevor er auch noch auf den zartfühlenden Zap stößt. Diesen macht er so fertig mit seiner groben Art, dass er regelrecht durchsichtig wird vor lauter Gram und Frust. Was ein Glück, dass sich die beiden in einem Buchstabengarten aufhalten, wo einem die Worte nie ausgehen und man sich richtig gut aussprechen kann. Zuerst recht wild und zornig, verbunden mit Tränen und dann versöhnend als Grundlage einer Freundschaft, in der zwei sehr unterschiedliche Lebewesen viel Spaß und Zuneigung finden. Es gab wohl keinen Moment während dieser kurzweiligen Vorstellung des Eberbacher Figurentheater-FEX mit Martin Fuchs, den die Kinder und deren Eltern nicht in sich aufsogen. So mancher spürte oder sah Parallelen im selbst erlebten. Und das Stück, das mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2005 und von der Zeit-Redaktion und Radio Bremen mit dem Kinderbuchpreis Luch ausgezeichnet und für den deutschen Kinder und Jugendliteraturpreis 2005 nominiert wurde, ging auch nach Meinung von Rektor Roman Andres als pädagogisch sehr wertvoll in die Mudauer Kulturszene ein. Zu verdanken war dieses besondere Kinder-Event „Mudau G’schmackvoll“, zahlreichen Sponsoren und der Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher, die den Nachmittag außerdem mit einer ausgesuchten Kuchentheke bereicherten. (L.M.)