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Werke von Nikolaus Hooff nach 300 Jahren gewürdigt

Mudau. (lm) 300 Jahre Johann Nikolaus Franziskus Hooff wurden am vergangenen Freitag mit der Eröffnung einer Fotoausstellung seiner Werke in der Mudauer Filiale der Volksbank Franken gewürdigt, in der Hoffnung des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau (HVV), dass dieser Künstler nun endlich dauerhaft in Erinnerung bleibt. Nach mehreren Anläufen des HVV mit seinem langjährigen Vorsitzenden Hans Slama, leidenschaftlich unterstützt von Klemens Scheuermann und Gernot Hauk hofft man, dass sich nicht nur die Mudauer seine vielseitige Kunst genauer ansehen. Doch zunächst begrüßte Bankdirektorin Karin Fleischer eine überaus honorige Gästeschar, darunter neben Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, dessen Kollegen i.R. Wilhelm Schwender (Mudau) und Ludwig Scheurich (Kirchzell) auch Bildstockexpertin Felicitas Zemelka, Pfarrer Horst Prokschi, sowie Gerhard Layer als Heimatkundler und Chefredakteur von „Unser Land“, „Badische Heimat“ usw. und natürlich Heike Kohler-Mackert als Filialleiterin und ihre ehemaligen Kollegen Bankdirektor Gerd Münch und Prokurist Willi Müller. Karin Fleischer zeigte sich dankbar für die Arbeit des HVV und stolz, dass die Volksbank Franken dieser wertvollen Fotoausstellung von 16. September bis 7. Oktober während der Öffnungszeiten der Mudauer Filiale eine Plattform geben kann. Hans Slama, der den HVV als historisches Gedächtnis der Gemeinde sieht, war das Gedenken an den Maler, Bildhauer und Schnitzer Hooff besonders wichtig und er ging kurz auf das Umfeld zur Lebenszeit des Künstlers ein, der von 1722 bis 1785 im 500-Seelendorf Mudau lebte, wo 4 Jahre vor seiner Geburt eine Feuersbrunst 30 Häuser zerstört hatte, wo die Armut ebenso groß wie die Abgaben war, wo es drei Jahrmärkte, sechs Viehmärkte, sieben Gasthäuser, aber keine Apotheke gab. Hooff erlebte den Einzug der Kartoffel, das 1000jährige Jubiläum des Klosters Amorbach, die Erstellung des Bilds sowie die lagernden russischen und polnischen Truppen. Klemens Scheuermann vom HVV erläuterte, dass er durch Corona die Idee zu dieser Ausstellung hatte und sich daraufhin intensiv mit dessen Kreuzwegen in Limbach (was den Kirchenbrand überlebt hatte), Hainstadt, Schneeberg und Breitenbach beschäftigt habe. Seine Begeisterung für die Werke war groß, vor allem, als er von Limbach die von einem früheren Pfarrer in Auftrag gegebene Fotoserie des Kreuzwegs und von Martin Hahn den Hainstadter Kreuzweg in hervorragender Bildqualität für die Ausstellung zur Verfügung gestellt bekam. Im Breitenbacher Kleinod gemühte er die eigene Kamera und auch in Schneeberg versuchte er sein Bestes bei dem leider schon sehr maroden Überbleibsel des dortigen Kreuzwegs. Das Ergebnis habe ihn so sehr berührt, dass er ein kleines Fotobüchlein erstellte, das nun auch käuflich erworben werden kann. Auch ein größeres Fotobuch ist unter seiner Leitung über die Werke von Johann Nikolaus Hooff entstanden und kann ebenfalls über Klemens Scheuermann bezogen werden. Der Künstler selbst wurde sehr ausführlich von Gernot Hauk unter die Lupe genommen. Hooff war überaus fleißig, dennoch habe er es nicht geschafft, die Schulden von Großvater, Vater und einem „Ehevorfahr“ bei der gnadenlosen Kirchenkasse abzustottern, noch nicht einmal mit den vier wertvoll geschnitzten Beichtstühlen in der Amorbacher Kirche. Dennoch sei ihm seine Religiosität geblieben, die in seinen unzähligen Werken zum Ausdruck kommt. Für Hauk ist Kunst Können kombiniert mit Kreativität. Und das sei bei Hoof reichlich vorhanden wie die Kreuzwege, Flurdenkmale und Statuen in den bereits genannten Orten, natürlich in Mudau, aber auch in Amorbach, Bürgstadt und Weilbach, wo er mit seiner zweiten Frau zuhause war, zu finden seien. Das Fazit von Gernot Hauk: „In seiner Heimat und deren Umkreis hat er Beachtliches geleistet. Die Landschaft rund um Mudau, die Kirchen bis ins Maintal hinunter wären arm ohne die Kunst Nikolaus Hooffs, der es in bewundernswerter Weise verstanden hat, seine Werke nicht allein im Stilwandel vom Barock über Rokkoko zum Klassizismus hin zu gestalten, sondern darüber hinaus auch dem Bildungsstand und Geschmack seiner Auftraggeber anzupassen.“ Hauk bedauerte, dass Johann Nicolaus Hooff trotz seiner vielen Arbeiten in der Region vielen unbekannt ist und in Mudau sein Name noch keine Straße ziert. Hooff sei neben Arthur Grimm wohl der bedeutendste Künstler der Gemeinde. Seine ausführlichen Recherchen stellt er gerne per E-Mail zur Verfügung. Beeindruckt von den informativen Ausführungen der drei HVVler und von der gelungenen Fotoausstellung dankten Bankdirektorin Karin Fleischer und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger den Organisatoren für die engagierte Arbeit, Recherche und die eindrucksvolle Ausstellung im Heimatort des Künstlers, der am 10. September vor 300 Jahren in Mudau geboren wurde.