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Auf den Spuren der Vergangenheit...

Mudau. (lm) Was man aus der Vergangenheit alles lernen kann, erfuhr eine interessierte Wandergruppe auf Einladung des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau von den versierten Heimatforschern Manfred Hofmann, Willi Trunk und Ludwig Scheurich. Bei idealem Wetter tauchten die Wanderer in ein Stück Odenwälder Vergangenheit ein, nachdem man mit dem Bus in Hesselbach angekommen war. Schon während der Busfahrt hatte Manfred Hofmann über die Entstehungsgeschichte des bis zum Jahr 2002 in unterschiedlichen Größen existenten Leiningenschen Wildparks informiert. Die Wanderung startete an den ehemaligen Wildscheinfutterstellen und führte zunächst zum Plateau der sogenannten „3 Seen“, von denen heute nur 2 existent sind. Auf der Schmitt’schen Landkarte aus dem Jahre 1797 sind sogar 4 Seen eingezeichnet, die zur Fischzucht im Mittelalter durch das Kloster Amorbach angelegt worden waren. Durch den heutigen Waldbestand, welcher vorwiegend aus Nadelhölzern besteht, versauerten die Seen, so dass dort seit über 100 Jahren keine Fischzucht mehr möglich ist. In späteren Jahrhunderten dienten die Wasserspeicherungen dazu, das geschlagene Holz ins Tal und von dort über die Mud in den Main zu flößen. Auf der Strecke nach Breitenbach gab es weitere historische Sehenswürdigkeiten, wie den Breitenstein. Gemäß den interessanten Ausführungen des von Breitenbuch stammenden örtlichen Historikers, Willi Trunk, verewigten sich auf dem unverrückbaren Stein im Jahr 1491 bei Schlichtungen von Grenzstreitigkeiten die Vertreter des Erzbistums Mainz, der Abtei Amorbach und des Bistums Würzburg. Auch referierte Herr Trunk über einen im Steilhang unvollendet zurückgelassenen Sandsteinsarg. In Breitenbach angekommen wartete mit einer Besichtigung der im Jahr 1741 erbauten Kirche St. Wendelin und St. Nikolaus ein weiterer Höhepunkt auf die Gruppe. Der Vorsitzende des Fördervereins der Kirche, Ludwig Scheurich, wußte so einiges über das sehenswürdige Kleinod zu berichten. Eine aufwendige Sanierung der Kirche fand Anfang des 21. Jahrhunderts statt. Dadurch erstrahlt das Schmuckstück heute wieder im alten Glanz. In der Kirche konnten auch Werke des Mudauer Künstlers Nikolaus Hooff, dessen Geburtstag sich am 10. September zum 300. Mal jährt, besichtigt werden. Am Ende der Wanderung bestaunte die Gruppe noch den ältesten bekannten Bildstock des Odenwaldes mit der eingemeißelten Jahreszahl 1483.