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Perlen der Oper aus dem Schmuckkästchen im Odenwald

Geschliffen präsentiert von geschätzten Künstlern dieses Genres

Die Frankfurter Sinfoniker unter der Leitung und Moderation von Witolf Werner garantieren schon seit Jahren im Schlosshof Waldleiningen Konzerterlebnisse auf sehr hohem Niveau. Gespannt war das Stammpublikum – nebst etlichen Novizen (O-Ton Bgm. Dr. Rippberger)bis hin zum Baby - auf das 15. Konzert dieser Reihe und die beiden neuen Gesangsolisten, und diese wurden zu den Juwelen dieses Abends, zum Strahlen gebracht von einem „Johann-Strauß-Orchester“ in Hochform unter seinem schwungvollen Wiener Dirigenten.
Die aus der Ukraine stammende Koloratursopranistin Maryna Zubko hat gerade vor einem Jahr den akademischen Grad Konzertsolistin bekommen und bot neben lupenreiner Intonation brillante Farbnuancen im klanglich virtuosen wie schauspielerisch ausdrucksvollen Bereich, dazu passend ihre Garderobe mal smaragdgrün , mal rubinrot.
Ihr eleganter Partner, der manchmal schmelzend weiche, dann wieder kräftig männliche Tenor Aljoscha Lennert, war in seiner Jugend Preisträger verschiedener Wettbewerbe und ist nach Studien in Frankfurt und Hannover inzwischen auf verschiedenen deutschen Bühnen in Opern und Operetten etabliert.
Auch im präzise geführten homogenen Klangkörper des Orchesters waren stets Solopartien als schmuckvolle Accessoires angesagt. Da durften dann auch mal Cellisten und Fagott melodiös schwelgen oder Trompeten triumphal schmettern, Harfensaiten zärtlich untermalen oder Geigenbögen im Staccato tänzerisch über die Saiten springen. Neben Ohren- auch ein Augenschmaus!
So fühlte sich das Publikum trotz ein paar Regentropfen bei sommerlichen Temperaturen in romantisch beleuchteter Kulisse heimisch wohl und dabei gleichzeitig in ein großstädtisches Opernhaus versetzt. Zwischenzeitlich verzückt brach es am Ende in tosende Begeisterungsstürme aus, was die einfühlsamen und sympathischen Musikanten und Perlenfischer mit zwei beliebten Zugaben erwiderten.
Mit hochprozentigen Worten bedankte sich schließlich im Namen aller der Mudauer Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger bei den Hauptakteuren auf und hinter (Christoph Müller, Bauhof, Fa.„Dreamteam“) der Bühne, mit blumigen Grüßen auch bei den Damen des kompletten Fürstenhauses, ganz speziell mit einem sportlichen Knie-Fall vor der „umwerfend“ charmanten Königlichen Hoheit Alexandra Fürstin zu Leiningen. Ebenso bei Frau Repp, die mit der Schlossküche für das leibliche Wohlbefinden bestens gesorgt hatte.
An diesem von der Joachim und Susanne Schulz Stiftung freundlich unterstützten genussvollen Abend hatten Gäste wie Musikanten sichtlich ihre helle Freude an mitreißenden Walzerklängen und wunderschönen Arien, an den auserlesenen Perlen alter italienischer Meister:
G. Rossini: Der Barbier von Sevilla, Ouvertüre und Largo al factotum (mit Solist A. Lennert)
G. Donizetti: Lucia di Lammermoor, Regnava nel silenzio (Zubko); Der Liebestrank, Una furtiva lagrima (Lennert) und Lallarallara (Duett)sowie Linda di Chamounix, O luce di quest' anima (Zubko)
P. Mascagni: Cavalleria rusticana, Intermezzo sinfonico
G. Bizet: Carmen, Vorspiel
G. Verdi: Rigoletto, La donna è mobile (Lennert); Aida, Triumphmarsch; La Traviata, Parigi o cara (Duett) sowie E strano / Sempre libera (Zubko / Lennert)
G. Puccini: Gianni Schicchi, O mio babbino caro (Zubko) sowie Turandot, Nessun dorma (Lennert)
ZUGABEN: G. Verdi, La Traviata, Brindisi (Duett) und F. Sartori: Time to Say Goodbye (Duett)

Text: Gernot Hauk
Fotos: Walter Thier