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Einweihung des Biomassekraftwerkes in Mudau

Mudau. (lm) Nach Aussage von Landrat Dr. Achim Brötel war schon der sogenannte „Spatenstich“ zu der Maßnahme – eigentlich nichts anderes als eine Schneeräumaktion – vor genau einem Jahr eine Sensation. Dennoch war er nur Wegweiser zu der viel größeren Sensation, denn nach nur acht Monaten reiner Bauzeit konnte am vergangenen Wochenende das Biomasse-Heizkraftwerk Mudau mit Pelletierung, welches unter „Bio-Energie Mudau GmbH & Co. KG“ firmiert, offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.

Im Beisein von Landrat Dr. Achim Brötel, MdL Karl-Heinz Joseph, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger sowie dessen Kollegen Bruno Stipp (Limbach), Gerhard Baar (Rosenberg) und Ludwig Scheurich (Markt Kirchzell), nicht zu vergessen die Planer des Projekts von der eta Energieberatung GbR, Pfarrer Andreas Rapp und Pfarrerin Seraphine-Hohmann, Vertreter aus Gemeinde- und Ortschaftsrat und natürlich der investierenden Banken, gab Geschäftsführer Engelbert Tretter noch einmal kurz die wichtigsten Eckdaten bekannt. Demnach wurde hier eine Investitionssumme von zehn Mio. Euro eingebracht, um seit dem Spatenstich am 10. Februar letzten Jahres das Werk bis Dezember 2006 zu bauen und zu optimieren. Die erste Stromproduktion aus Biomasse (vollkommen naturbelassene Resthölzer aus der Region) erfolgte bereits am 18. Oktober und die erste Pelletproduktion am 15. November. Der Brennstoffbedarf liegt bei 23.800 Tonnen jährlich, die Ökostromproduktion – ausreichend für ca. 2.200 Haushalte – bei 8,75 Mio. kWh pro Jahr und die Pelleterzeugung – ausreichend für ca. 5.500 Haushalte – bei 30.000 Tonnen jährlich. In der Segnung des Werkes durch Pfarrer Andreas Rapp und Pfarrerin Seraphine-Hohmann wurden die Ziele des ökumenischen Konzils hervor gehoben, eine gerechte Welt zu schaffen, in der jeder zu seinem Recht kommt und in der man Gottes Schöpfung bewahrt und achtet. Das Biomasse-Heizkraftwerk Mudau passe genau in diese Zielrichtung, denn zum einen trage es zur Bewahrung der Schöpfung bei, zum zweiten schaffe es Arbeitsplätze und damit ein Stück Gerechtigkeit für die Menschen. Gesellschafter Michael Leis sprach allen seinen Dank aus, die zur Realisierung dieses Projekts beigetragen hatten. In erster Linie der eta Energieberatung mit den Diplom-Ingenieuren Ilmberger und Schäfer sowie Dr. Stocker und dem Planungsbüro Gramlich für die umfassende Betreuung, die noch immer anhalte. Ein weiteres Dankeschön ging an die beteiligten Kreditinstitute, natürlich an Mitgesellschafter Albin Grimm, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat. Michael Leis blickte aber auch dankbar an die hundertprozentige Rückendeckung seitens der Familie und Freunden während dieser hektischen Zeit zurück. Er sei ganz besonders stolz auf das neue Biomasse-Heizkraftwerk und auf die Möglichkeit, zugunsten der Umwelt einen wertvollen Beitrag leisten zu können. Seinem Mitgesellschafter Albin Grimm erinnerte sich an das erste nähere Zusammentreffen mit Michael Leis als dieser einige Blätter auf den Tisch geworfen hat und meinte: „Ich hab da eine Idee, aber ich komme irgendwie nicht weiter“. Und für das Weiterkommen habe er aufgrund seiner Diplomarbeit sorgen können. Dabei habe er auch das Biomasse-Heizkraftwerk in Pfaffenhofen kennen gelernt. Von dessen ruhiger Arbeitsweise bei Vollauslastung sei er absolut begeistert gewesen. Damit war der Grundstein für das Mudauer Werk gesichert. Dank der Unterstützung seitens der Familie habe man das Projekt in dieser Rekordzeit umsetzen können und „es hat Spaß gemacht“. Diese Rekordzeit von 17 Monaten seit Vorstellung des Projekts bis zur Einweihung war in den Augen von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger schon der erste wirtschaftliche Erfolg und beispielhaft für Deutschland. Im positiven Sinn könne man diesen Erfolg mit chinesischen Verhältnissen vergleichen. Und der Standort sei hervorragend gewählt. So würde vom Odenwald aus halb Süddeutschland mit Holzpellets beliefert, gleichzeitig habe man aber auch die Interessen der anliegenden Bürger berücksichtigen sowie Arbeitsplätze schaffen und schon während der Bauzeit sichern können. MdL Karl-Heinz Joseph schloß sich den Glückwünschen und den lobenden Worten seiner Vorredner an und nannte das Bio-Energie-Zentrum in Mudau einen kleinen Mosaikstein in der Möglichkeit mit Hilfe regenerativer Energien Arbeitsplätze zu schaffen, die Wertschöpfung im Landkreis zu halten und gleichzeitig ein Stück unabhängiger zu werden. Voll des Lobes war auch Landrat Dr. Brötel, für den dieses Projekt ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zu dem ehrgeizigen Ziel bis 2009 – bezogen auf die privaten Haushalte – energiemäßig im Neckar-Odenwald-Kreis autark zu sein, und zwar ausschließlich auf der Basis regenerativer Energien. Damit profiliere sich der NOK immer mehr als DIE Bioenergieregion überhaupt. Als land- und forstwirtschaftlich geprägter Raum könne sich der Kreis auf seine eigenen Stärken besinnen und eine echte Vorreiterrolle übernehmen. Denn im Wandel vom Land- oder Forst- zum Energiewirt mit unmittelbarer Wertschöpfung in und für die Region sehe er eine zukunftsorientierte Politik für die Menschen dieses Landkreises mit gleichzeitigem Klimaschutz vor der eigenen Haustüre. „Das Biomasse-Heizkraftwerk Mudau setzt in diesem Zusammen einen rundum positiven Akzent“. Das gelt insbesondere auch für die angeschlossene Pelletspoduktion. Denn das Produkt sei der Sympathieträger schlechthin – krisensicher, heimisch, mit hohem Brennwert, geringem Aschenanfall, angenehmem Geruch und absolut CO²-neutral. Sein Dank ging an die Initiatoren Engelbert Tretter, Albin Grimm und Michael Leis. Die wirtschaftliche Weitsicht dieser drei Herren hob auch Christian Reinhardt als Vertreter der Sparkasse Neckartal-Odenwald und Miltenberg-Oberburg, die zusammen mit der L-Bank und der MBG das Projekt unterstützt hatten, hervor. „Man braucht für so ein Projekt Investoren, die ein Risiko eingehen wollen. Zehn Mio. Euro sind ja kein Pappenstiel“, so Dipl.-Ing. Florian Ilmberger von der eta Energieberatung GbR, für die „Bio-Energie Mudau GmbH & Co. KG“ so etwas wie ein „Baby“ ist. Man habe das Projekt von Anfang an mit allen Höhen und Tiefen betreut und werde diesen Dienst fortsetzen bis das Baby die „Flegeljahre“ hinter sich haben wird. Architekt Gramlich von Gramlich und Partner dankte abschließend noch den Bau ausführenden Firmen für deren zuverlässige und pünktliche Arbeit, die die unglaubliche Bauzeit von acht Monaten überhaupt erst ermöglicht hat. Damit überreichte er den „Schlüssel“ offiziell an die Investoren Michael Leis und Albin Grimm sowie Geschäftsführer Engelbert Tretter. Werksführungen, unter anderem durch Dr. Rupert Stocker von der „eta-Energieberatung“ schlossen sich dem offiziellen Festakt an.