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RWG Mudau wählte neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

Mudau. Nach über 40 Jahren in verantwortlicher Position bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft, stand die Verabschiedung des Aufsichtsratsvorsitzenden Artur Müller im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Zur Pfalz“.

Doch zunächst galt es, die Regularien ordnungsgemäß abzuarbeiten. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Trudpert Haas, der einen besonderen Willkommensgruß an Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger sowie an Willi Müller, der sich als Prokurist der Volksbank Franken als Protokollar zur Verfügung gestellt hatte, richtete. Dankende Worte richtete Geschäftsführer Franz Maurer zunächst an Gerhard Baumbusch von der Volksbank Franken, der seit Jahren in untadeliger Manier für die Bilanzerstellung der Raiffeisenwarengenossenschaft verantwortlich zeichnet. In seinem Bericht ging Maurer auf die verschiedenen Geschäftsbereiche der RWG mit ihren zwei Teilzeitbeschäftigten ein. Derzeit werde die Raiffeisen-Warengenossenschaft von 106 Mitglieder und ihren 161 Geschäftsanteilen getragen. Die zwei wesentlichen Sparten der Genossenschaft bestehen zum einen aus Finanzanlagen und Beteiligungen und zum zweiten aus dem Mostereibetrieb, der erfreulicherweise mit 1.800 Euro Gewinn 300 Euro über dem Vorjahr liegt. Was auf einen erheblich gestiegenen Mostverkauf zurückzuführen sei. Ganz allgemein, so Maurer weiter in seinen Ausführungen, stagniere aber nicht nur der Mostereibetrieb, zum einen weil weniger Bedarf vorhanden sei, zum zweiten, weil dieser geringe Bedarf größtenteils durch das Ausland abgedeckt wird. Genauso rückläufig (ca. 400 Euro weniger als im Vorjahr) seien die in Zeiten schwacher Konjunktur die Erträge aus Kapitalanlagen und Erträgen. Dennoch machte Franz Maurer den Vorschlag, den Jahresüberschuss mit einer Dividende von 47 Prozent auszuschütten. Diesem Vorschlag stimmte der Aufsichtsrat unter Leitung von Artur Müller eins zu eins zu. Vor allem, weil der Erlös durch den Verkauf des bebauten Grundstücks im Bödigheimer Weg zustande gekommen sei. Schon fast zu lange habe man sich um den Verkauf bemüht. In einer der drei gemeinsamen Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat habe man dann den Beschluss gefasst, das Bebaute Grundstück an die bisherigen Mieter zu verkaufen, zwar vom Schätzpreis gesehen unter Wert, doch dafür habe man nicht nur eine Sorge weniger, sondern auch einen noch ansehnlichen Bilanzgewinn, der an die Mitglieder mittels einer Sonderausschüttung zugute kommen soll. Diesem Vorschlag stimmten auch die Mitglieder unisono zu. Den Anträgen von Bürgermeister Dr. Rippberger auf Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, sowie der Wiederwahl von Aufsichtsratsmitglied Klaus Schäfer (Waldauerbach) stimmten die Mitglieder ebenso einstimmig zu. Aufsichtsratsvorsitzender Artur Müller schied aus Altersgründen aus und fand seinen Nachfolger in Stefan Schölch. Stv. Aufsichtsratsvorsitzender wurde Klaus Schäfer. In ihren Grußworten lobten Bürgermeister Dr. Rippberger und Willi Müller die engagierte Arbeit der Raiffeisen-Warengenossenschaft zugunsten ihrer Mitglieder. In einem Rückblick auf seine über 40jährige Tätigkeit in der Genossenschaft kam Artur Müller zu dem Schluss, dass es eine bewegte Zeit war. Und er erinnerte sich gern an die Versammlungssonntage unter Leitung von Oskar Schmid, bei denen der Pfalzsaal nicht ausreichte sowie an die vielen differenzierten Geschäftsbereiche mit Ladengeschäft, Gemeinschaftsgefrieranlage, sieben Milchsammelstellen, Mosterei und die entsprechende Zahl an Beschäftigten. Doch so schön und arbeitsreich diese Zeit auch war, Artur Müller ist Realist und hält den Rückgang der Aktivitäten bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft für normal. Sein Dank für die positive Wegbegleitung und die geleistete Arbeit richtete sich gleichermaßen an Buchhalterin Lenz, Geschäftsführer Franz Maurer, die Mitarbeiter vom Lagerhaus, Vorsitzenden Trudpert Haas und den inzwischen verstorbenen Ehrenvorsitzenden Oskar Schmid. In seiner Laudatio auf Artur Müller und seine großartige und oft couragierte Leistung als Sprachrohr der Mitglieder ging Trudpert Haas auf die prägnanten Stationen der RWG seit Eintritt von Artur Müller 1964 ein. Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende war von Anfang an Mitglied des Gremiums und wurde bereits 1969 zum Vorsitzenden gewählt. Von Anfang an wurde das Warengeschäft in vollem Umfang, das Milchgeschäft an sieben Sammelstellen betrieben, im Kernort gab es einen Verkaufsraum für Milch- und Molkereiprodukte sowie eine Gefriefachanlage. 1965 erhielten alle Milchsammelstellen einen Lagerbehälter, 1966 wurde die Scheune im Bödigheimer Weg gekauft und ein Jahr später renoviert. 1969 erweiterte man um die Mosterei der Fa. Herkert, 1970 um das Anwesen Noe zur Erweiterung des Verkaufsgeschäftes. 1971 schloss man sich mit der RWG Scheringen zusammen und schon drei Jahre später wurde das Warengeschäft aufgegeben, 1979 das Mudauer Ladengeschäft verpachtet und zwei Jahre später die Werkstatt der Schreinerei Hemberger gekauft. Die letzte Investition erfolgte 1996 mit dem Neuerwerb der Mostereinanlage und des Bürocontainers. Trudpert Haas lobte seinen langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden als weitsichtigen Geschäftsmann mit sehr ausgeprägtem Kameradschaftssinn, der mit seinen schwarzen Milchkühen nicht nur „Farbe bekannt“, sondern auch einen modernen Milchviehhof aufgebaut habe. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte er dem Geehrten ein Weinpräsent. (L.M.)