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Erster Geopunkt im Geopark steht in Schloßau

Mudau-Schloßau. „Der Verein örtliche Geschichte Schloßau und die Gemeinde Mudau sind sehr stolz, dass an diesem Tag die geplanten Informationstafeln über den Odenwaldlimes und der Geopunkt im UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald offiziell der Öffentlichkeit übergeben werden können“.

So der 1. Vorsitzende des Verein örtliche Geschichte Schloßau-Waldauerbach, Thomas Müller, im Rahmen der Begrüßung zum Sommerprogramm der Gemeinde Mudau mit dem Thema ,,Das Leben der Römer am Odenwaldlimes“. Einen besonderen Dank richtete er hierbei an die Gemeinde Mudau mit Christoph Müller an der Spitze für dessen Hintergrundarbeit mit dem Geopark und bei der Verwirklichung der neuen Tafeln. Ein weiterer Willkommensgruß galt Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortsvorsteher Herbert Münkel, dem Geschäftsführer des UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald Reinhard Diehl, Dr. Britta Rabold vom Regierungspräsidium Karlsruhe und Leiterin der Schloßauer Ausgrabungen, Dr. Edmund Link sowie den zahlreichen Gästen und Interessierten. ,,Keine Gemarkung am Odenwaldlimes ist so reich mit römischen Altertümern bestückt wie die Gemarkung Schloßau. Dieser Sachverhalt und die derzeitigen Ausgrabungen im ,,Burggewann“ veranlassten uns gemeinsam mit Fr. Dr. Rabold, zwei Infotafeln über den Odenwaldlimes mit ausgewählten Plätzen rund um Mudau, zu gestalten“. Diese Tafeln, so Thomas Müller weiter, würden die Bemühungen des Vereins örtliche Geschichte abrunden und bilden gleichzeitig einen Anlaufpunkt für römisch interessierte Wanderer an der Grundschule in Schloßau. Neben dem nachgebauten römischen Brennofen, passend zur Thematik der Brennofenfunde im ,,Burggewann“, sowie dem römischen Streifenhaus, passend zum römischen Vicus im ,,Burggewann“, erfährt der Interessierte auf den übersichtlich gestalteten Infotafeln Einzelheiten über den Odenwaldlimes. Die von der Feuerwehr nachgebaute römische Ballista, ebenfalls hier auf dem Schulgelände stationiert, runde die Arbeit der Schloßauer Dorfgemeinschaft harmonisch ab und so finde für alle Schüler in Schloßau Heimatkunde direkt vor der Haustür statt. Als Motor für die Entstehung dieses römischen Anlaufpunktes galt Herbert Münkel ein besonderer Dank, der bereits seit seinem Amtsantritt als Ortsvorsteher die Fäden für alle Projekte gezogen habe. Wie man unschwer erkennen konnte, habe sich das Streifenhaus seit dem letztjährigen Römerfest weiter entwickelt und so gelte ein weiterer Dank Karl Laaber und Edmund Speth für die Maurerarbeiten und Dieter Fertig für die Verputzarbeiten am Streifenhaus, sagte der 1. Vorsitzende weiter. Historisch korrekt wurde beim Einsatz der Materialien peinlich genau auf den Einsatz von Original-Rohstoffen geachtet. Daher wurde hier einiges an Naturmaterial verwendet wie z.B. Sandstein, Holz und Lehm sowie Kuhmist als Bindemittel. Reinhard Diehl in seiner Funktion als Geschäftsführer des UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald betonte, dass der Schloßauer Geopunkt tatsächlich als erster Geopunkt überhaupt eingeweiht werde. Der nächste folge dann in Heppenheim. Weiter erläuterte Diehl, dass sich der Geopark, der mittlerweile seit fünf Jahren bestehe, auf 3.500 Quadratkilometer über drei Bundesländer (BW, Bayern und Hessen) erstrecke. Besonders positiv wirke sich dabei der rege Austausch im Netzwerk europäischer Geoparks aus. Denkmalpflegerin Dr. Britta Rabold zeigte sich erfreut, dass die Infotafeln am Streifenhaus mit ihren kompakten Infos doch noch rechtzeitig zu diesem Einweihungstag fertig geworden sind. Sie dankte den Verantwortlichen des UNESCO Geoparks sowie der Gemeinde Mudau für die hervorragende Unterstützung ihrer Arbeit. Bürgermeister Dr. Rippberger betonte, dass die Gemeinde gemeinsam mit örtlichen Vereinen, dem Geopark und dem Landesdenkmalamt die Zielsetzung des UNESCO Geoparks, den Menschen die Natur näher zu bringen, hundertprozentig nachgekommen sei. Ortsvorsteher Herbert Münkel schloss sich diesen Ausführungen an und dankte den zahlreichen Helfern und Sponsoren für ihre Unterstützung im Interesse der gesamten Bevölkerung. Dass sich das Leben der Römer in Schloßau vor 2000 Jahren gar nicht so sehr von dem heutigen unterscheidet, zeigten unter der Anmoderation von Thomas Müller anschließend eindrucksvoll Klaus Scholl (Hauptrolle, Text und Regie), Karin Schneider, Martin Stuhl, Bernd Grünewald und Natalie Trunk in ihrem Theaterstück mit römischem Zeitgeist. Die Weiber waren streitsüchtig und ehrgeizig für ihre Männer mit, die sich vor allem stammtischerprobt zeigten. Dabei fielen so Sprüche wie ,,Arbeit ist das Unkraut auf der Wiese des Lebens“, ,,Sternzeichen: Idiot – Aszendent: Volldepp“, ,,Dr. Agripus Virus und seine Inventur auf dem Friedhof“ oder ,,Geizige Menschen sind unangenehme Zeitgenossen, aber außerordentlich angenehme Vorfahren“ bzw. ,,die Lebenserfahrung des Gayus Spiritus, dass bezüglich der Frauen die Promille im Alkohol wie eine rosarote Brille wirken“. (L.M.)