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Eindrucksvolle Zeitreise am Odenwaldlimes

Der Sonntag, 20.08.2006 stand im Mudauer Sommerprogramm ganz im Zeichen der Römischen Vergangenheit am Odenwaldlimes. Insgesamt knapp 50 Teilnehmer starteten dazu am ehem. Kohortenkastell Scheidental zu einer Wanderung über die Ausgrabungsstätte in Schloßau um anschließend per Bus bis nach Würzberg zum Römerbad zu kommen.

Die Gemeinde Mudau konnte zu dieser nicht alltäglichen Exkursion Frau Dr. Frau Dr. Britta Rabold, Leiterin der Archäologischen Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Karlsruhe als Referentin gewinnen. Sie erläuterte den Interessierten Teilnehmern die grundsätzlichen Themen wie Größe, Mannzahl, und den Tagesablauf in einem Kohortenkastell. Aus erster Hand erläuterte sie den Verlauf des Odenwaldlimes von Robern über Scheidental, Schloßau bis nach Hesselbach und Würzberg und die daraus resultierenden Zusammenhänge am Odenwaldlimes. Das Gelände in Scheidental liegt noch unberührt und wird für spätere Forschungszwecke sicherlich noch herangezogen werden. In diesem Zusammenhang äußerte sie ihre Freude darüber, dass die vor Jahren geplante Umgehungsstraße von Scheidental nicht ausgeführt wurde. Die Planungen waren ursprünglich davon ausgegangen, das Gelände des ehem. Kastells zu durchqueren. Somit bleibt das Kastell der Nachwelt in vollem Umfange erhalten.

Bei der anschließenden Wanderung nach Schloßau über Waldauerbach erläuterte der weitere Referent Herr Bruno Trunk, Limes-Cicerones und Heimatkundler auf dem Wege Wissenswertes über die Dörfer entlang der Strecke. Das einst sehr kärgliche und verarmte „Odenwälder Hinterland“ habe sich sehr gut entwickelt. Heute findet man in der abwechslungsreichen Landschaft schöne, liebens- u. wohnenswerte Ortschaften vor. Davon konnten sich alle Teilnehmer eindrucksvoll überzeugen.

Nach der Ankunft in Schloßau an der Ausgrabungsstätte im Burggewann konnte Frau Dr. Rabold sehr eindrücklich die bislang vorgenommenen Ausgrabungen erläutern. Sie erwähnte dabei vor allem die erstaunlichen und überraschenden Funde der zivilen Siedlung wie z.B. die Töpferei mit den Brennöfen, der Straße, die Reste von Holzbauten (z.B. Streifenhaus) und erläuterte allgemein die weiteren Schritte der derzeit laufenden Ausgrabungen. Die Besucher erhielten dann den von Frau Dr. Rabold aktualisierten Info-Flyer der bislang gemachten Forschungsergebnisse. Im Anschluss daran schloss sich eine kurze Mittagspause mit Bewirtung durch den Verein örtliche Geschichte e.V. Schloßau mit „Römischen Bratwürsten“ direkt an der Ausgrabungsstelle an.

Am Nachmittag startete man dann den moderierten Bustransfer von Schloßau bis nach Würzberg. Auf dem Wege erläuterte Bruno Trunk den einstigen Wildpark Leiningen mit dem Schloßauer Tor, er erklärte die Entstehung des Namens der "Seitzenbuche" und die Waldlage mit der ehem. Wildschweinfütterung und den Jagdunfällen im ehem. Leiningenschen Gebiet. Frau Dr. Rabold erläuterte auf der Fahrt kurz das Kastell Hesselbach und die damals erfolgten Ausgrabungen. Sehr eindrucksvoll war dann der Besuch des Wachposten 10/37 „In den Vogelbaumhecken“ mit der wiederaufgebauten Palisadenwand, sowie den Resten des Holz- und des Steinwachturmes. Höhepunkt der Besichtigungen war dann der Besuch des Römerbades in Würzberg. Frau Dr. Rabold erklärte die Lebensweise der ehem. Bewohner der Kastellanlagen und deren Gewohnheiten. Ein wesentlicher Bereich sei damals bereits die Körperreinigung gewesen. Deshalb lassen sich in den römischen Anlagen immer wieder Badeeinrichtungen finden. Anhand der verbliebenen Mauerreste des Römerbades in Würzberg kann man sehr schön die Nutzung der einzelnen Räume heute noch nachvollziehen. Amüsante Anekdote am Rande war die Erwähnung der Badegebühren, demnach hatten Frauen den doppelten Eintrittspreis wie Männer zu entrichten. Bei der anschließenden Rückfahrt zum "Streifenhaus" in Schloßau dankte Christoph Müller zum Abschluss der Exkursion allen Beteiligten, vor allem den beiden Referenten Dr. Britta Rabold und Bruno Trunk, sowie dem Busfahrer Gernot Grimm von der Fa. Grimm-Reisen. Danach schloss sich die Feierstunde zur Übergabe der Informationstafeln und des Geopunktes "Streifenhaus" an.