Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Sommerschnittkurs an Ostbäumen und Ziersträuchern

Mudau. Große Resonanz erfuhr der Sommerschnittkurs an Ostbäumen und Ziersträuchern, den die Kreisgruppe Buchen-Wertheim im Verband Wohneigentum zusammen mit den Siedler- und Gartenfreunden Mudau am vergangenen Wochenende durchgeführt hatte.

Kursleiter und Kreisgartenfachwart Josef Püchner zeigte sich besonders über die deutlich gestiegene Frauenquote unter den Wissbegierigen erfreut und stellte Norbert Rippberger und Martin Supp als Unterstützung vor. Nach der Begrüßung durch Kreisverbandsvertreter Johann Rusnak vergeudete Josef Püchner keine Zeit und erläuterte zunächst die Gründe für einen Sommerschnitt an den eigenen Obstbäumen. Zum einen regt das Schneiden das Triebwachstum an, es soll aber vor allem eine kräftige tragfähige Krone „erzogen“ werden. Auch soll der Fruchtertrag über einen langen Zeitraum erhalten bleiben und das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Blütenknospenbildung soll hergestellt werden. Fruchtausdünnung bei zu hohem Ertrag wirkt sich außerdem positiv auf das Wachstum der einzelnen Früchte aus. Zu beachten sei aber laut Püchner, in welchem Jahr das Obst den höchsten Ertrag abwirft. Denn Das wäre bei den meisten Apfelsorten, Süßkirchen, Zwetschgen, Pflaumen oder Mirabellen im 3. Jahr, bei Schattenmorellen, Pfirsichen, Wal- und Haselnüssen oder schwarzen Johannisbeeren im 2., bei Roten Johannis- oder Stachelbeeren im 2. und 3. und bei den einjährigen Himbeeren und Brombeeren an den eben diesen Trieben. Rege Fachdiskussionen unter den Gartenliebhabern lösten die diversen Schädlingsprobleme ebenso aus wie die geeignetsten Düngermethoden, doch auch hier kannte der Fachmann so manches Mittelchen. Zur Demonstration des fachgerechten Ziergehölzeschnitts führte der Kreisgartenfachberater seine Truppe zum Mudauer Friedhof, wo es jede Menge Anschauungs- und Übungsmaterial gab. Auch hier galt es, das Gleichgewicht zwischen Wurzelmasse und Ästen herzustellen. Vor allem in den ersten drei bis fünf Jahren sollte der sogenannte „Erziehungsschnitt“, möglichst in der Zeit von Juli bis September, durchgeführt werden. Dabei wird der durchgehende Leittrieb gefördert, Konkurrenztriebe entfernt, durch die Aststellung „verteilt“ und Zwieselbildung wegen späterer Bruchgefahr vermieden. Man sollte beim Schneiden Wert darauf legen, nach innen wachsende sowie übereinander liegende und sich reibende Äste zu entfernen. Bei all dieser Schneiderei dürfe aber die natürliche Wuchsform nicht missachtet werden. Genauso wenig sollten Stumpen stehen bleiben oder Bäume „gekappt“ werden. Nur aus Büchern die umfangreiche Wissenschaft des Baumschnitts zu erlernen ist nahezu unmöglich. Denn auch hier bleibt die Entwicklung nicht stehen. Und die Gartenfachberater der Siedler- und Gartenfreunde vom Kaliber eines Josef Püchner sind einfach permanent auf dem neuesten Wissensstand und geben diesen in solchen anschaulichen Kursen, in denen jeder unter Anleitung auch selbst die Schere in die Hand nehmen darf, gerne weiter. (L.M.)