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"Grüner Ball" in Mudauer Odenwaldhalle

Mudau/Neckar-Odenwald-Kreis. Bereits zum fünften mal in Folge feierte (nicht nur) die Landwirtschaft ihren „Grünen Ball“, das gesellschaftliche Highlight des Jahres und gleichzeitig würdiger Rahmen für die Übergabe der Abschlussurkunden an die landwirtschaftliches Fachschulabsolventen, in der Mudauer Odenwaldhalle.

Klaus Helm, Vorsitzender des Maschinenring Mosbach, konnte neben den Fachschulabsolventen als Hauptpersonen des Abends sowie zahlreichen treuen und begeisterten Ballbesuchern auch eine ansehnliche Zahl an Ehrengästen begrüßen. Darunter Vertreter der Maschinenringe, der Landjugend, der Landfrauen und des Bauernverbandes. Ein besonderer Willkommengruß ging an Alois Fahrmaier, 1. Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Main-Tauber, und an Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger. „Es sind besondere Menschen, die heute den Beruf des Landwirts erlernen“, so Jürgen Fahrbach, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen. Da sei es auch nicht so schlimm, dass an diesem Abend nur vier solcher Menscher ihr Abschlusszeugnis erhalten. Denn bekanntlich sei nicht die Quantität, sondern die Qualität wichtig. Vor allem in der heutigen Zeit, wo der Landwirt immer mehr zum Energiewirt mutiert. Also zum Erzeuger nachwachsender Rohstoffe. Die vermutlich wichtigste Einnahmequelle der Landwirtschaft in der Zukunft. Dies dürften sich die Landwirte nicht nehmen lassen, „deshalb braucht es junge Bauern, die auch gegen den Strom schwimmen. Die Kraft dazu wünsche ich ihnen“. Mit diesen guten Wünschen überreichte er, unterstützt durch Gerhard Kohler, Fachdienstleiter Landwirtschaft im Landratsamt, die Abschluß-Urkunden an Alois Elscher (Heidelberg), Thomas Herkert (Amorbach), Tobias Nonnenmacher (Seckach-Waidachshof) und Markus Laber (Mudau-Schloßau). Den Glückwünschen seines Vorredners schloss sich Gerhard Kohler an, der erläuterte, dass die Ausbildung zum Landwirt als Vollzeitberuf drei Jahre dauert. Im 1. Lehrjahr ist Vollzeitunterricht, im 2. und 3. Lehrjahr wird der Auszubildende dual, d. h. ein Tag in der Schule und fünf Tage im Betrieb unterrichtet. Die Abschlussprüfung umfasst Pflanzenproduktion, Tierproduktion sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Zu den landwirtschaftlichen Berufen gehören neben dem Landwirt auch Pferdewirt, Hauswirtschafter, Gärtner, Tiefwirt, Molkereinfachmann, Winzer, Fischwirt, Milchwirtschaftlicher Laborant, Forstwirt, Revierjäger und Brenner (bzw. die weibliche Version dieser Fachrichtungen). Bedauerlicherweise, so Kohler weiter in seinen Ausführungen, sei der Beruf stark rückläufig, obwohl der Bedarf an Fachkräften groß sei. So werden derzeit im Rhein-Neckar- und Neckar-Odenwald-Kreis zusammen nur 44 Personen zu Landwirten ausgebildet. 7 davon sind im 1. Lehrjahr in der Augusta-Bender-Schule, 9 im 2. und 9 im 3. Lehrjahr, der Rest sind Quereinsteiger. Trotz dieser düsteren Prognose blicken die Redner des Abends optimistisch in die Zukunft. Das war auch den Grußworten von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zu entnehmen, der wie seine Vorredner davon überzeugt, war, das sich die Bauern nicht unterkriegen lassen – und schon gar nicht die vom Odenwald. Letztlich seien es die Erd und Heimatverbundensten Menschen der Welt, und wenn jemand von einer Sache so überzeugt ist, wie es der Landwirt von der zukunftsweisenden Richtung seiner Arbeit ist, dann wird dieser Jemand immer einen Weg finden, der vorwärts führt und breit genug für alle ist. Für den nicht geringen musikalischen Part des Abends zeichnete in hervorragender Weise„Riversound Express“ aus Haßmersheim verantwortlich. (L.M.)