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Hervorragende musikalische Darbietungen beim Schlosskonzert

Mudau. (lm) Zwei Sätze aus der Begrüßung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Seiner Durchlaucht, Andreas Fürst zu Leiningen hatten sich dem aufmerksamen musikalischen Leiter und Moderator des Johann-Strauß-Orchesters Frankfurt sofort eingeprägt. Zum einen bestand Stefan Ottersbach darauf, dass der Ausdruck „Wiederholungstäter“ für die vielen überaus treuen Konzertbesucher sein Copyright trägt und zum zweiten wollte er sich merken, das Dr. Heinz Ecker als Geschäftsführer des Orchesters „an allem schuld ist“. Doch das mittlerweile 11. Schloßkonzert – traditionell im Vorfeld schon ausverkauft - in der ebenso bezaubernden wie märchenhaften Atmosphäre von Waldleiningen zeigte wieder einmal deutlich, dass für diesen besonderen Abend im Kulturkalender der Gemeinde Mudau mehrere „Schuldige“ verantwortlich sind. Denn die Idee stammt nach Aussage des Fürsten vom Bürgermeister, die Location stellt die Fürstenfamilie, die Organisation verantwortet maßgeblich Christoph Müller mit seinem Team, die kulinarischen Genüsse kreiert die Schoßküche und die ganz hervorragenden musikalischen Programme und Darbietungen „verschulden“ die über jeden künstlerischen Zweifel erhabenen Musikerinnen und Musikern des Johann-Strauß-Orchesters unter dem Dirigat von Stefan Ottersbach und in Kooperation mit Weltklasse Solisten, in diesem Jahr waren das die Sopranistin Christiane Linke und der Tenor Stefan Lex, die „Classic meets Pop“ zum Leben erweckten. Wobei „Pop folgt Classic“ den in beiden Programmteilen fetzigen Musikabend wohl besser beschreibt. Stefan Ottersbach meinte nach dem Auftakt mit der schmissigen Ouvertüre aus der Oper „Carmen“ schmunzelnd: „Wir liefern Ihnen heute Abend ein echtes Kampfkonzert“, und zwar gegen den Regengott. Den das Orchester mit Hilfe von jeder Menge Beifall durch das begeisterte Publikum auch bis auf ein paar einzelne Tropfen gewann. Außerdem gelang es Ottersbach in seiner Funktion als humorvoller Moderator so ganz nebenbei, überaus sonnige Laune zu verbreiten, gleichzeitig jede Menge Fachkompetenz zu beweisen und viele Lachsalven zu verbreiten. Auf jeden Fall wissen die, die da waren jetzt genau, dass bei einer guten Oper die Hauptdarsteller am Schluss immer sterben und der Lebemann Puccini nur deshalb so viele gute Kompositionen kreiert hat, weil er das Geld für seine vielen Freundinnen, Fahrzeuge und einen aufwendigen Lebensstil benötigte. Wie temperamentvoll und aussagekräftig seine Musik und die seiner „Classic-Kollegen“ Bizet, Mascagni und Verdi sich präsentieren kann, bewies das Orchester rein instrumental noch mit dem Intermezzo sinfonico aus „Cavalleria rusticana“ sowie dem genialen Triumphmarsch aus „Aida“. Die wunderschöne Stimme von Christiane Linke ließ die „Habanera“ aus „Carmen“, die Arie „O mio babbino caro“ der Laura aus der Komödie „Gianni Schicchi“ sowie zusammen mit Stefan Lex das „Trinklied“ aus „La Traviata“ erklingen. Der Tenor glänzte im Classic-Solo mit „Nessun dorma“ aus „Turandot“ und mit „La donna é mobile“ aus „Rigoletto“, während er den Pop-Programmteil kraftvoll mit „Be my love“, „Music was my first love“ bereicherte und beim Medley „A Tribute to Elvis“ temperamentvoll zum „King of Roch’n Roll“ mutierte. Christiane Linke besang mit „Hijo de la luna“ den Sohn des Mondes von Morricones „Nella Fantasia“ und das Orchester zauberte Sommerlaune mit dem bekannten „La Virgen des la Macarena“, einem Medley mit „The Best of Abba“ und zusammen mit den beiden Gesangssolisten mit „Barcelona“ von „Queen“ endgültig Ferienstimmung. Trotz des bewölkten und relativ frischen Abends war es den Akteuren gelungen, die Gemüter ihres Publikums sonnig zu durchwärmen und schon aus diesem Grund erklatschten sich die überaus begeisterten Konzertbesucher noch einige Zugaben, darunter das Instrumentalstück „ Conquest of Pardise“ und zusammen mit den Gesangsprofis Christiane Linke und Stefan Lex als endgültiges Finalstück das zu Herzen gehende „Time to say goodbye“.