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Siedler- u. Gartenfreunde Mudau streiten um Zukunftsausrichtung mit Landesverband

Mudau. (lm) Schon bei der letzten Jahreshauptversammlung stand die Unzufriedenheit der Mudauer Siedler- und Gartenfreunde e.V. über den Umgang ihres Landesverbandes Wohneigentum und die in Folge geplanten Beitragserhöhungen im Fokus des Abends. Und schon damals waren die Aussagen der beiden Vertreter wenig überzeugend gewesen. Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus „Zur Rose“ mit den Tagesordnungspunkten „Festsetzung neuer Mitgliedsbeiträge“ und „Satzungsänderungen“ hatte Gemeinschaftsleiter Günter Neumann zur Klärung diverser Punkte Landesgeschäftsführer Axel Ackermann eingeladen, der zum Ende des Jahres in Ruhestand geht, des Weiteren dessen Nachfolger im Amt Roland Schimanek und als weitere Landesverbandsvertreter Lydia Klusowski (Buchen) und Alfred Kurz (Mosbach-Waldstadt). Das sollte sich im Laufe des Abends als Minuspunkt für den Landesverband erweisen. Doch zunächst gab Gemeinschaftsleiter Günter Neumann, der inzwischen wohl auch „Rebell von Mudau“ genannt wird, einen Sachstandsbericht. Demnach plant der Landesverband für 2016 eine Beitragserhöhung von 4,80 Euro und zwei Jahre später um weitere 6 Euro. Das seien dann in fünf Jahren 50 Prozent mehr und in den Augen von Neumann nicht nur unmäßig, sondern die Folge von Unfähigkeit in der Geschäftsführung. Der Landesverband besitze eine knappe Million an Anlagevermögen in Karlsruhe und erhalte derzeit durch Mitgliedsbeiträge 750.000 Euro jährlich, was sich durch die geplanten Beitragserhöhungen um weitere knapp 300.000 Euro erhöhen würde. Im vergangenen Jahr wurde ein Defizit von 24.000 Euro erwirtschaftet, das alleine durch die Erhöhung von 1 Euro je Mitglied schon gedeckt wäre. Die vorgeschlagenen insgesamt 10,80 Euro könne man nicht nachvollziehen. Nach mehreren Gesprächen mit dem Landesverband im Vorfeld, habe Axel Ackermann die Möglichkeit von fördernden Mitgliedern angesprochen wie es bei ihm in Walldürn bereits praktiziert werde und Günter Neumann fand an dieser Idee gefallen und empfahl seinen Mitgliedern, zu prüfen, was sie von den Leistungen des Landesverbandes benötigen. Denn tatsächlich seien die Kosten für die Bauherren- und die Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung (schließt alle Grundstücke des Mitglieds ein) hier nicht zu toppen. Wer diese also benötige, sollte unbedingt im Landesverband bleiben. Die anderen Versicherungen seien ohne Landesverband deutlich günstiger zu bekommen, erste Rechts- oder Gartenberatung, die Vermietung bestimmter Gartengeräte und Gerüste sowie Infoveranstaltungen könnten die Siedler- und Gartenfreunde Mudau alleine mit Fachleuten vor Ort schultern. Wer auf das monatliche „Familienheim und Garten“ also verzichten könnte, hätte die Möglichkeit beim Landesverband zu kündigen und ausschließlich Mitglied bei den Siedler- und Gartenfreunden Mudau zu bleiben, die ja ein eigenständiger eingetragener Verein sind. Axel Ackermann ging dann leider nicht auf die Fragen ein: „Was passiert mit dem Landesverband, wenn sich die Delegierten im Herbst gegen die Erhöhung aussprechen?“ Und „Wie stellt sich die Geschäftsführung die weitere Entwicklung des Landesverbandes vor?“ Zunächst beschrieb er seine 37jährige Vita im Landesverband, dann zählte er die Leistungen auf. Dazu gehören neben den oben erwähnten Punkten vereinsspezifisch u.a. die kostenlose Plattform einer Ortsverbandshomepage, Massengeschenke sowie kostenlose Vervielfältigungen und diverse Schulungen. Leider beging er dann den Fehler, versteckt und offen vorwurfsvoll aufzuzählen, was die Mudauer Siedler alles nicht tun, falsch tun oder nicht in Anspruch nehmen. Das ging so weit bis Herbert Knapp als stv. Gemeinschaftsleiter sich gegen diese Art des Angriffs wehrte und ganz klare Antworten auf die ursprünglich gestellten Fragen verlangte. Und die kamen nur sehr umschreibend und zögerlich durch den neuen Landesgeschäftsführer Roland Schimanek, der auch nochmal auf die wichtige Solidargemeinschaft „Siedler“ einging, die Stärke und Größe ausstrahlen müsse um politische Lobby darstellen zu können. Er erläuterte, dass man eingesehen habe, allein in Karlsruhe zu weit weg von den Mitgliedern zu sein. Aus diesem Grund habe man in Mosbach die Anwaltskanzlei Dr. Unglenk ab 1. August als Partner gewinnen können und im September folge die Eröffnung des Service- und Beratungszentrums in Buchen, wo neben Vorträgen auch juristische Beratungen durch Bertram Schmitt möglich seien. Nachdem einige der 50 anwesenden Mudauer Mitglieder aus 34 Mitgliedsfamilien hartnäckig nachgebohrt hatten, stellte sich aber heraus, dass die Terminierung für dieses Beratungszentrum über Karlsruhe erfolgen muss. Man kann also nicht einfach zu bestimmten Öffnungszeiten die Dienste in Anspruch nehmen. Und eigentlich haben die meisten der Odenwaldgemeinde auch keinen Bedarf dafür und sehen es als zusätzliche unnötige Kosten an. Die Fronten verhärteten sich im Laufe des Abends immer mehr, was den einstimmigen Beschluss der angekündigten Punkte sicher begünstigte. Man wird also Mitgliedern, die im Landesverband kündigen und nur noch bei den Siedler- und Gartenfreunden Mudau sind, ab 2016 einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro einziehen, sollte die Landesdelegiertenversammlung im Herbst die Landeserhöhung von 4,80 Euro beschließen, wird sich der Mitgliedsbeitrag für Mitglieder, die im Landesverband bleiben, auf 36 Euro belaufen. Und im Falle der weiteren Erhöhung um 6 Euro von Seiten des Landesverbandes, ist man gezwungen, ab 2018 42 Euro für die Doppelmitgliedschaft einzuziehen. Die notwendigen Satzungsänderungen stellte Herbert Knapp vor, und auf Vorschlag von Rolf Link und Karl-Josef Schäfer wird man diese auch noch einmal von Fachleuten auf Korrektheit prüfen und gleichzeitig insgesamt die Satzung auf den neuesten Stand bringen lassen und in der nächsten Jahreshauptversammlung vorlegen. Unter Voraussetzung dieser Fachprüfung wurde auch dieser Punkt einstimmig von den Mitgliedern mitgetragen. Unter dem Punkt „Verschiedenes“ fragte Josef Püchner, wie die Verteilung der Verbandszeitschrift ab dem kommenden Jahr erfolgen werde, weil die ehrenamtlichen Austräger zum Ende des Jahres aufhören. Gemeinschaftsleiter Neumann erläuterte, dass wenn sich kein neuer ehrenamtlicher Austräger findet, der Postversand für zusätzliche 6 Euro im Jahr greife. Danach schloss er den offiziellen Teil der hitzigen Versammlung, die auch im Nachklang noch für einige Diskussionen sorgte.