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Interessanter Vortrag beim VdK Schloßau

Schloßau. (lm) Einen Nerv der Zeit hatte der VdK-Ortsverband Schloßau mit seinem Vortragsangebot zum Thema „Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung“ getroffen. Das dokumentierte die hervorragende Resonanz interessierter Bürger, die 1. Vorsitzender Hans Androsch im schmucken örtlichen Feuerwehrgerätehaus begrüßen konnte. Als überaus kompetente Referenten hatte man den Leiter der Betreuungsbehörde im Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises Wolfgang Weißbrod sowie Bärbel Juchler-Heinrich als Geschäftsführerin des Betreuungsvereines NOK e. V. gewinnen können, die die verschiedenen Arten der genannten „Vollmachten“ erläuterten und deren Hintergrund verständlich machten. Demnach, so Wolfgang Weißbrod, ist die Betreuungsverfügung eine Möglichkeit der persönlichen und selbstbestimmten Vorsorge für den Fall, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist, seine eigenen Angelegenheiten zu erledigen. Sie entfaltet nur dann Wirkungen, wenn es tatsächlich erforderlich wird. Mit der Vorsorgevollmacht hingegen bevollmächtigt eine Person eine andere Person, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. Mit einer Vorsorgevollmacht wird der Bevollmächtigte rechtlich in die Lage versetzt, an Stelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers für diesen zu entscheiden. Bärbel Juchler-Heinrich verdeutlichte, dass eine Patientenverfügung – anders als die Vorsorgevollmacht – nicht festlegt, wer handeln soll, sondern was der Bevollmächtigte – egal ob gesetzlicher Betreuer oder bevoll-mächtigter Angehöriger – im Falle einer schweren Krankheit anordnen soll. Sie bezieht sich auf medizinische Maßnahmen wie ärztliche Heileingriffe und steht meist im Zusammenhang mit der Handhabung lebensverlängernder Maßnahmen. Ein Schlaganfall, eine schwere Krankheit oder ein Unfall können jeden in eine Situation bringen, in der selbstverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist. Selbst junge Menschen sind davor nicht gefeit. In ihren Vorträgen betonten deshalb beide Referenten, wie wichtig es ist, rechtzeitig schriftlich festzulegen, was bei eigener Handlungsunfähigkeit geschehen soll. Nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden dargelegt, sondern auch, welche formellen und auch inhaltlichen Aspekte bei der Erstellung einer Patientenverfügung oder auch Vorsorgevollmacht zu beachten ist. Den fachlich fundierten und gut verständlichen Ausführungen schloss sich eine ausführliche Frage- und Diskussionsrunde der Gäste mit den beiden Referenten an, bevor Hans Androsch den Abend mit einem Dank an die Akteure und die örtliche Feuerwehr beschloss.