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Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Josef Miller zu Besuch

Mudau. Es dürfte wohl eher selten sein, dass gleich zwei Minister mit den Schwerpunktaufgaben im ländlichen Raum eine Gemeinde wie Mudau besuchen. Doch Josef Miller, Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten in Bayern, war der Einladung des CDU-Ortsverbandes Mudau mit den Verantwortlichen Matthias Petzl, Markus Friedrich, Gerhard Köhler und Herbert Münkel ebenso bereitwillig gefolgt wie Peter Hauk, Minister für Ernährung und ländlichen Raum in Baden-Württemberg.

Damit erwartete die beiden ein ebenso interessantes wie umfangreiches Programm in der Odenwaldgemeinde, das seinen Anfang mit einer Betriebsbesichtigung des Sägewerks Schröpfer nahm. In Begleitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, 1. Landesbeamten Michael Knaus, Ingo Link als Zweitkandidaten für den Landtag und H. Meisel als Geschäftsführer der CDU NOK sowie zahlreicher Vertreter aus Forst, CDU-Ortsverband, Ortschafts- und Gemeinderat erläuterten Heidi und Ralf Schröpfer die Abläufe in ihrem holzverarbeitenden Betrieb. Angefangen bei den Rundholzplätzen, wo das Nadelholz nach Holzart, Stärkeklasse und Länge absortiert wird für die verschiedenen Verarbeitungswerke. So werden z. B. in der „Gatterlinie“ Rahmen, Kanthölzer, Bretter und Sondereinschnitte gefertigt. Im Schwachholzspanerwerk werden Bretter und Rahmen in Standardlängen für die Palettenfertigung hergestellt, im Starkholzspanerwerk dagegen vor allem Sonderlängen für die Weiterverarbeitung im Gartenholz- oder Palettenbereich und schließlich gibt es noch die Palettenfertigung zur Herstellung von Zwei- und Vierwegepaletten, Deckeln und Sonderpaletten. Die Herren Grimm und Leiß erläuterten den interessierten und durchaus auch beeindruckten Gästen die Arbeitsweise ihres Biomasseheizkraftwerkes, das in Synergie zum Sägewerk arbeiten soll und derzeit in direkter Nachbarschaft der Schröpfers gebaut wird. Minister Peter Hauk dankte Heidi und Ralf Schröpfer sowie den Herren Grimm und Leiß für den informativen Rundgang und erläuterte, dass die Exportrate von Holz in Baden-Württemberg über 30 Prozent liege, denn gerade im Hausbau sei die Holzverwendung kräftig angestiegen. Gleichzeitig betonte er auch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem bayrischen Kollegen, die sich auch leicht an der Tatsache erkennen lasse, dass Staatsminister Josef Miller den Weg ins badische Dreiländereck nicht gescheut habe, was dieser damit erklärte, dass er gern die schöne Heimat von Peter Hauk kennen lernen wollte. Mit einer Rundfahrt durch die Flächengemeinde Mudau stimmten CDU-Ortsverband und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die beiden Minister visuell auf die detailliertere Vorstellung von Mudau und seinen neun Ortsteilen ein. Diese gab das Gemeindeoberhaupt dann im Bürgersaal des Rathauses, der als „gute Stube“ der Odenwaldgemeinde mit direkter Grenze nach Hessen und Bayern bekannt ist. Gleichzeitig ging er auf die umfangreichen Verpflichtungen der Gemeinde ein, die aufgrund einer Fläche von über 10.000 Quadratkilometern mit der dünnsten Besiedlung im NOK oft schwierig zu meistern seien. 1. Landesbeamter Michael Knaus stellte seinerseits den strukturschwachen Neckar-Odenwald-Kreis vor und betonte, dass man zwar auf wenig große, dafür aber sehr namhafte Firmen stolz sein könne und darüber hinaus den Tourismus und die Landwirtschaft als wirtschaftlich wertvoll betrachte. Seiner Meinung nach seien die beiden Politiker aufgrund ihrer Ressorts gerade hier am richtigen Ort. Darum sei man auch besonders stolz, dass der Baden-Württembergische Minister für Ernährung und ländlichen Raum aus dem Neckar-Odenwald-Kreis stamme. Vor dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Mudau, gab Staatsminister Josef Miller seinem Respekt und seiner Bewunderung für die Kommunalpolitik im ländlichen Raum, speziell in Mudau, Ausdruck: „Es ist die schönste, aber auch die schwierigste Art von Politik“. Er sei sich bewusst, dass sowohl er selbst als auch Peter Hauk, in den beiden schönsten Bundesländern Deutschlands als Minister tätig seien. Und beide Länder seien gerade wegen des ländlichen Raumes innerhalb Deutschlands, aber auch im benachbarten Ausland, so hoch angesehen. Dass die Zuwachsrate im ländlichen Raum ansteige, sei das Ergebnis jahrzehntelanger behutsamer, aber auch konsequenter Kommunalpolitik, um hier eine so hohe Lebensqualität zu erreichen. Und diese werde noch bereichert durch die nachweislich niedrige Kriminalitätsrate, wiederum bedingt durch den ganz speziellen Menschenschlag im ländlichen Raum. Josef Miller betonte ebenso wie zuvor Peter Hauk die hervorragende Zusammenarbeit der beiden Ministerien. Weiter gab er zu, dass sich Bayern ganz bewusst und inzwischen mit großem Erfolg an Baden-Württembergs Politik für den ländlichen Raum orientiert habe. Die gute Zusammenarbeit der beiden Landwirtschaftsminister sei aber nicht nur beispielhaft, sondern auch viel beneidet von anderen Bundesländern. „Schöne Städte gibt es überall in Europa, aber so schöne Dörfer und Landschaften sind eine Besonderheit vom Süden Deutschlands,“ schloß der Staatsminister seine Ausführungen. Nach dem Eintrag in Goldene Buch, erwartete die beiden Minister noch eine Mammutveranstaltung im örtlichen Gasthaus „Mudauer Hof“, wo sie zum einen ihre politischen Vorhaben erläuterten und sich bereitwillig den zahlreichen Fragen unzähliger interessierter Bürger stellten. Auch hier wurde der politische Gleichklang von Bayern und Baden-Württemberg bezüglich des ländlichen Raumes deutlich. Sei es in Bezug auf die Energiefragen, wo man Holz und Biomasse als Energieträger der Zukunft und als Chance für Waldbesitzer und Landwirte sieht, oder sei es in Sachen Bürokratie in der Landwirtschaft, die Deutschland weit dringendst vereinfacht werden müsse. (L.M.)