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Vortrag über Ahnenforschung in Schloßau

Der Verein Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach präsentierte Ende November vor zahlreichen Interessenten erstmals einen „Ahnenforscher“-Abend. Manfred Mechler, aus Schloßau stammend und Egon Rechner, ein gebürtiger Waldauerbacher, haben in akribischer Arbeit die Generationen ihrer Vorfahren aufgearbeitet und überraschende Ergebnisse hiervon vorgestellt:
Zunächst referierte der in Buchen lebende Manfred Mechler über die Anfänge seiner Forschungen, die ihn zu-nächst in die Archive der näheren Umgebung führten. Der Genealoge, so der Fachbegriff für einen Ahnenfor-scher, arbeitete nach seinem Eintritt in den Ruhestand zunächst die Vergangenheit seiner Vorfahren auf und stieß hier immer wieder auf Aufzeichnungslücken. Um irgendwie weiter zu kommen fragte er bei kirchlichen Archiven bis hinunter nach Freiburg und ins Elsaß an. Parallel hierzu knüpfte er Kontakte mit anderen Genealo-gen und sogar mit Mormonen aus Amerika, die ganze Kirchenbücher aus Deutschland abgeschrieben haben und Informationen hiervon nun gerne verkaufen. Aus allen erhaltenen Informationen formte er schließlich eine Ahnentafel zusammen. Letztendlich kann der Name Mechler auf einen Abkömmling aus Mechelem in Flandern zurückgeführt werden. Dieser „Ur“-Mechler ist somit ganz sicher der erste Vorfahre aller Mechler der hiesigen Region. Doch hiermit nicht genug, denn die Nachforschungen tangierten auch immer wieder andere, alteinge-sessene Schloßauer Familien, so dass er auch diese näher betrachtete und deren Zusammenhänge wie ein Puzzle erforschte. Zur Überraschung aller Anwesenden hat Manfred Mechler inzwischen nahezu alle Schloßauer und Waldauerbacher Namen bis ins Detail erforscht und dokumentiert. Hieraus entstand schließlich eine Datei mit etwa 15.000 Einträgen aller Personen, die bis 1970 nachweislich in Schloßau lebten oder leben. Alle Namen sind in einer Art Datenbank geführt, so dass in kürzester Zeit über einen bekannten vorfahren bis zu den Anfängen zurück geforscht werden kann. Für einige Familiennamen hat er zwischenzeitlich auch einen richtigen Stammbaum angefertigt, wobei der Mechler-Stammbaum, in Schriftgröße 9, zwischenzeitlich immerhin etwa 2 Meter breit ist.
Nach Manfred Mechler referierte Egon Rechner aus Mittelschefflenz über seine Nachforschungen. Auch er begann über seine Familie mit der Arbeit. Da der Name Rechner häufiger in Reisenbach als in Waldauerbach auftaucht, liefen seine ersten Anfragen zunächst über Reisenbacher Familien und dann an die Archive und an Genealogen der Region. Anders als Manfred Mechler hat er seine Daten in ein fertiges Genealogen-Programm eingearbeitet, das es ihm ermöglicht, durch wenig Arbeit für alle eingetragenen Personen einen personenbe-zogenen Stammbaum zu erstellen. Auch er hat zwischenzeitlich zahlreiche Waldauerbacher und Schloßauer Namen akribisch aufgearbeitet. Beide Referenten zeigten anhand alter Unterlagen auf, dass es häufig Fingerspitzengefühl braucht, um die Schriften der Schreiber vergangener Zeiten überhaupt zu entziffern. Hier fanden durch Rechtschreibfehler über Generationen hinweg ganze Namensänderungen statt, wie z. B. Grim und Grimm oder Häfner und Hefner, abgeleitet vom Hafner, dem Beruf des Schüsselmacher. Auf diese Weise konnte an diesem Abend auch die Entstehung einiger Hausnamen aus Schloßau und Waldauerbach aufgeklärt werden.
Zum Schluß ihrer Vorträge konnten interessierte Zuhörer Details über ihre eigenen Vorfahren in Erfahrung brin-gen. Als Kuriosität des Abends war ein Interessent aus Kirchzell auf Anfrage nach einem Vorfahren aus dem 17. Jh., urplötzlich mit einem anwesenden Schloßauer verwandt, obwohl sie sich zuvor überhaupt nicht kannten und zudem unterschiedliche Nachnamen haben! – So klein ist die Welt!