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..übers Bauen im Odenwald

Mudau. „Bauen im Odenwald als Thema unseres Sommerprogramm soll den Blick schärfen für Baustile, -arten und –materialien“, so Roland Grimm als Vorsitzender der Bürgerstiftung Mudau und in Vertretung der Gemeindeverwaltung, oder wie es Helmut Ecker auf den Punkt brachte, „zeig mir wie du baust und ich sage dir, wer du bist und wie du denkst“.

Auf dem Rundgang durch Mudau Ortskern und Baugebiet Brückengut unter fachkundiger Führung der Architekten Helmut Ecker sowie Markus Müller und Altbürgermeister Wilhelm Schwender soll deutlich werden, warum sich bestimmte Gebäude einfach positiv vom Ortsbild abheben, dieses sogar aufwerten können. Ausgangspunkt war das Alte Rathaus, in dem heute die Sparkasse beheimatet ist: „Ein Glückfall, denn die Sanierung solch wertvoller Baudenkmäler ist naturgemäß teuer“, erläuterte Architekt Ecker. Das Alte Rathaus aus dem Jahre 1434 ist das älteste erhaltene öffentliche Gebäude. Es steht unter „Kulturgüterschutz“, besser bekannt als Denkmalschutz. Und dieses Wort erläutere sich im Begriff – denken, nachdenken und „Mal“ wie Zeichen setzen. Dabei sei nach Ansicht des Referenten zu betonen, dass solche Gebäude unsere Vergangenheit repräsentieren. Sie seien Ausdruck menschlichen Schaffens in der Kunst, der Technik und der Politik. Ecker ging kurz auf die wechselhafte Geschichte Mudaus ein, das in der Vergangenheit große Bedeutung als Zehnt, Gerichtsbarkeit und Markt hatte. Im Alten Rathaus zeigte er nicht nur Kunst und Fehler von Handwerkern vergangener Zeiten auf, sondern auch die baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte und die difisile Arbeit der Fachleute bei der großen Sanierung vor rund 25 Jahren. Weiter ging der Rundweg zum ebenso geschichtsträchtigen Areal „Krone“, bevor Wilhelm Schwender, Bürgermeister i. R., das neue Rathaus erläuterte. Keiner kennt das Gebäude wohl so gut wie er. Er hat den Umbau der ehemaligen Schule von Anfang an mitbegleitet und hatte hier 20 Jahre lang sein Arbeitsdomizil. Und in guter Erinnerung an die mehr als provisorische Verwaltung im Alten Rathaus auf engstem Raum und mit „brandgefährlichen“ Ölöfen war das in der Bausubstanz schon hervorragende Schulgebäude nach dem Umbau ein wahrer Palast. Hauptänderung war der neue Eingang in der Schloßauer Straße, über den die kompletten Verwaltungsstellen erreichbar sind. Der rückwärtige Nebeneingang ermöglicht den separaten Zugang zum früheren Polizeiposten – heute Geopark-Außenstelle, zu den Fremdenverkehrsräumen mit Lese- und Fernsehzimmer sowie verschiedenen Vereinsräumen. Die Aufteilung des Gebäudes, so Wilhelm Schwender, habe sich bis heute als praktisch und überaus sinnvoll erwiesen. Nach so viel historischem Baugut übernahm Markus Müller den modernen Part der Baugeschichte. Anhand einiger Häuser im modernen Ambiente erläuterte er Proportionen, Materialkombinationen und Trends modernen Bauens. Dazu gehören neben dem Holzrahmenbau und ökologisch unbedenklichen Materialien auch technische Neuerungen wie diverse Dämmungen, Sonnenkollektoren, Brauchwasseranlagen oder als Optimum das sogenannte „Passiv-Haus“. Doch trotz aller Individualität der Bauherren seien Bebauungspläne, wie der im „Brückengut“ notwendig. Sie ordnen Notwendiges oder schreiben auch Einiges vor. Dennoch sei in dem Baugebiet von „Homogenität“ nichts zu sehen. Mit der Besichtigung des traditionsträchtigen Odenwälder Bauernhaus „Haus Dieterle“ in Untermudau schloss sich der Kreis wieder und die interessierten Teilnehmer dieses „etwas anderen“ Sonntagsprogramms hatten den Tag sichtlich genossen. (L.M.)