Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

„All’s die Baach nab“

Mudau-Langenelz-Limbach. „All’s die Baach nab“ war das Motto der Geopark-Eröffnungstour zum diesjährigen Sommerprogramm der Gemeinde Mudau. Und die Resonanz der Gäste war trotz empfindlich kühler und feuchter Witterung einfach überwältigend.

Unzählige Wanderfreunde hatten sich auf dem Parkplatz nahe der Wanderbahn bei Langenelz eingefunden, um sich dieser von Claudia Eckhardt (Dipl.Geographin und Leiterin der UNESCO-Geopark Außenstelle Mudau) sowie den Geopark-Rangern Dipl. Geologe Jochen Babist und Dipl. Geographin Simone Dauz-Jellinek geführten Tour anzuschließen. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger begrüßte die Gäste, auch im Namen seines Limbacher Kollegen Bruno Stipp. Und Ortsvorsteher Hans Slama brachte den Interessierten „sein Dorf“ historisch näher. Langenelz ist 1310 erstmals urkundlich erwähnt, wenn auch unter „Elzia“ – was so viel wie „am Erlen bestandenen Bach“ bedeutet - und danach mit wechselnden Bezeichnungen, die sich aber immer auf das Gewässer bezogen. „Elzia“ war auch die Bezeichnung des heutigen Neckarelz, und die Zusätze zur namentlichen Diffenzierung wurden erst im 16. Jahrhundert zugefügt. Das „Langen“ steht sicher für die Struktur des Dorfes, das sich aus Ober-, Mittel- und Unterlangenelz – auch Ofenloch genannt – zusammensetzt. In diesem „Ofenloch“ war lange Zeit eine Kalkbrennerei ansässig. Auch für die Infrastruktur vergangener Zeiten war der Ort nicht unwesentlich. Schließlich lag er zum einen an der Verbindungsstraße zwischen den Klöstern Amorbach und Mosbach, die über Limbach mit Halbstation Wasserburg führte. Zum anderen an der Fernverbindung Mannheim-Eberbach-Würzburg, auf der Napoleons Armee gezogen war. Seinen besonderen Ruf in der Möbelschreinerei hat Langenelz der Baier-Familie, die sich im 16. Jahrhundert hier ansiedelte, zu verdanken. Denn die herrlich bemalten „Baierschränke“ gelten noch heute als kostbare Raritäten. Nachdem der Ort 1946 kurzfristig unfreiwillig nach Mudau eingemeindet worden war, wurde die Vereinigung schließlich 1979 freiwillig und gerne von den Langenelzern befürwortet. Nach diesem historischen Hintergrund erkundeten die Wanderfreunde das Elztal unter dem Blickwinkel von Geologen und Geographen. Dabei ging die Wanderung über die Einbacher und Lautenberger Mühlen, die von dem Einbacher Heimatkundler Bernd Fischer erläutert wurden, nach Scheringen. Hier wusste Ortsvorsteher Thomas Heß einiges über den „Drei-Steg“ und die Geschichte der Scheringer Wasserversorgung zu berichten. In Heidersbach folgte dann nach den geologischen Erläuterungen beim Steinruch „Fehr“ und der Tongrube durch die Fachleute der gemeinsame gemütliche Abschluss nach einem Tag, den die Teilnehmer ganz offensichtlich sehr genossen hatten. (L.M.)