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75jähriges Bestehen des Schützenverein Mudau

Mudau. Mit dem Einzug der prächtigen Fahnenabordnungen der Kreisschützenvereine, der Ortsvereine sowie dem Einzug der Schützenkönige präsentierte der Schützenverein Mudau 1930 einen imposanten Beginn zum Festakt anlässlich des 75jährigen Bestehens des Traditionsvereins.

Erfreut ob der großen Zahl von Mitgliedern und Gästen in der Mudauer Odenwaldhalle zeigte sich Obeschützenmeisterin Simone Bärhausen-Schäfer , die besonders Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortsvorsteher Kurt Müller, Pfarrer Andreas Rapp und Ehrenmitglied Heinrich Link begrüßen konnte. Ein weiterer Willkommensgruß galt dem Landesschützenmeister Adolf Hofer, dem Sportkreisvorsitzenden Peter Nirmaier, Kreisschützenmeister Peter Sitte, sowie den Vertretern der Schulen, Behörden, der örtlichen Vereine und befreundeter Schützenvereinen aus dem regionalen und überregionalen Bereich. ,,Dass der Schützenverein Mudau heute so gut da steht, ist vielen Menschen zu verdanken. Menschen, die sich für unseren Verein und den Schießsport eingesetzt und viel für ein gutes und harmonisches Vereinsleben geleistet haben“, betonte die Obeschützenmeisterin, die auch den stets hohen Stellenwert einer funktionierenden Jugendarbeit hervorhob. Seit 1975 ist Joachim Hemberger Mitglied des Vereins und in dieser Zeit war er nicht nur aktives Mitglied in der Vorstandschaft sondern leitete auch über 13 Jahre lang die Geschicke des Vereins als Oberschützenmeister. In seiner Festrede betonte Hemberger, dass der Schützenverein Mudau 1930 unter dem Namen ,,Kleinkaliber Schützenverein Mudau“ gegründet wurde. Als Gründungsmitglieder waren eingetragen: Gewerbelehrer Kraus, Postbeamter Reimold, Artur Bingler, Postbeamter Blesch, Postbeamter Valentin Henn, Apotheker Härtig, Fortbildungslehrer Becker, Förster August Lenz, Dr. Herminghaus und Straßenmeister Karl Wiese (alle aus Mudau). Die erste Generalversammlung fand am 10. April 1931 im Gasthaus ,,Rose“ statt, die auch gleichzeitig das Vereinslokal des Vereins war und heute noch ist. Wie Joachim Hemberger weiter ausführte, fand in der Anfangszeit das Übungsschießen regelmäßig im Gasthaus ,,Zum Ochsen“ statt. Man beteiligte sich an Festzügen wie z.B. in Schloßau, Trienz, Katzenbach, Walldürn, Zwingenberg, Höpfingen und in Buchen und schon damals seien enorme Strecken zurückgelegt worden. Auch sportlich waren die Schützen sehr erfolgreich und wenn man sich vorstellt, mit welcher Kleidung dabei geschossen wurde, dann seien die Ergebnisse umso höher zu bewerten. Von 100 möglichen Ringen erzielten z.B. bei einem Wettschießen H. Kraus 90, Dr. Herminghaus 88 und Postschaffner Blesch 87 Ringe, so ein Eintrag von 1931. In einem Kassenbericht von 1931 seien als Ausgaben 523,40 Mark aufgeschlüsselt und als Einnahmen 535,75 Mark vermerkt. Mit dem Guthaben von 12,35 Mark habe man einiges angeschafft und der Mitgliedsbeitrag lag bei 50 Pfennige. Mit der Machtübernahme im Jahre 1933 musste der Verein seine uneingeschränkte Selbständigkeit aufgeben und es erfolgte der Zusammenschluss sämtlicher Sportvereine zum ,,N.S. Sportverein“, dem der Schützenverein, Fußballverein, die Handballabteilung, die Turner und die Leichtathleten angehörten. Nach Zustimmung des erzbischöflichen Ordinariats Freiburg konnte man 1936 an der Steinbacher Straße, „im Pfarrgut“ und mit einem jährlichen Pachtzins von 5 Mark, einen neuen Schießstand im Rahmen eines Schützenfestes einweihen. Geschossen wurde außerdem im Klingetal zwischen Mudau und Donebach, im Saal der Pfalz, im Gasthaus Ochsen und im Gasthaus Rose. Nach dem zweiten Weltkrieg trafen sich erneut ehemalige Mitglieder zu einer Wiedergründung. Unter dem Vorsitzenden Karl Lenz wurde in der Jugendbaracke am Allmendweg, oberhalb des Sägewerkes Link, wieder mit dem Schießbetrieb begonnen. Aber bereits nach kurzer Zeit siedelte man in das Vereinslokal ,,Rose“ für die Schießabende über. Nachdem der Verein einige Jahre fast nur noch auf dem ,,Papier“ existierte, stimmte der Gemeinderat 1958 einem Antrag des damaligen Vorsitzenden Franz Petru zu, dem Verein einen Platz am Ziegelbuckel, ostwärts der Jagdhütte, pachtweise für 99 Jahre zur Errichtung einer Schießanlage zu überlassen. Trotz Zusagen von Materiallieferungen und Maschineneinsatz und nach Durchführung vorbereitender Rodungsarbeiten, so Joachim Hemberger, scheiterte das Projekt letztlich an der finanziellen Absicherung. Nach Zustimmung der Gemeinde und Ausräumung behördlicher Auflagen konnte am 4. April 1963 die Odenwaldhalle Mudau auch vom Schützenverein genutzt werden und neuer Vorsitzender war Otto Gieser. In der Zeit von 1968 bis 1975 wurde der Schützenverein kommissarisch von Helmut Scheuermann und Hubert Henk geführt und im Dezember 1975 wurde Alfred Plattek zum neuen Oberschützenmeister gewählt. Mit dem Umbau des alten Schulhauses zum Rathaus bot sich Anfang der achtziger Jahre die Möglichkeit, den Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim mit Schießanlage zu verwirklichen und so hatte die ,,Herbergssuche“ endlich ein Ende. Bei der Generalversammlung am 21. März 1985 wurde die erste Vereinssatzung beschlossen und der Verein in ,,Schützenverein Mudau 1930“ umbenannt. 1988 wurde Jürgen Gaibler zum neuen Oberschützenmeister gewählt, der 1990 von Joachim Hemberger und ab 2003 von Simone Bärhausen-Schäfer abgelöst wurde. In dieser Zeit zeigte die Vereinsfahne stetig nach oben und zahlreiche Veranstaltungen sowie sportliche Erfolge auf Kreis- und Landesebene dokumentierten von einem regen Vereinsleben mit einer sehr guten Jugendarbeit. Auch bei Deutschen Meisterschaften waren Mudauer Schützen vertreten. In den Grußworten von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Pfarrer Andreas Rapp, Landesschützenmeister Adolf Hofer, Sportkreisvorsitzenden Peter Nirmaier, Kreisschützenmeister Peter Sitte, Ortsvorsteher Kurt Müller und Anja Henn als Vertreterin der örtlichen Verein wurde die große Wertschätzung des Vereins deutlich, der nicht nur ein anerkannter Bestandteil des Gemeindelebens darstelle, sondern auch einen wesentlichen Anteil am Bestehen und der Fortführung alter Traditionen habe. Neben Geldpräsenten erhielt der Schützenverein Mudau zu seinem 75jährigen Jubiläum auch die Ehrenplakette des Landesschützenverbandes durch Adolf Hofer sowie die Urkunde des Badischen Sportverbandes durch Peter Nirmaier überreicht. Nach der gesanglichen Umrahmung durch den MGV ,,Frohsinn“ unter Chorleiter Bernold Ballweg und Überleitung zum geselligen Teil des Abends mit Unterhaltung durch die ,,Odenwälder Trachtenkapelle Mudau“ unter Stabführung von Ralph Müller, dankte Oberschützenmeisterin Simone Bärhausen-Schäfer allen, die sich für den Verein engagiert hatten und zum Gelingen des Festabends anlässlich der 75-Jahr-Feier beigetragen hatten. (L.M.)

Mudau. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75jährigen Bestehen des Mudauer Schützenverein wurde Helmut Scheuermann als langjährig verdientes Mitglied zum Ehrenmitglied ernannt. Der Geehrte habe sich in besonderer Weise um die Belange und die Bedürfnisse des Vereins und seiner Mitglieder eingesetzt, betonte die 1. Vorsitzende Simone Bärhausen-Schäfer in ihrer Ehrungslaudatio. Helmut Scheuermann ist seit 1963 Mitglied im Schützenverein Mudau, war in dieser Zeit Schriftführer und leitete einige Zeit den Verein kommissarisch. ,,Er brachte durch sein Engagement, seine Willenskraft und seinen unermüdlichen Einsatz eine Neubelebung des Schützenverein Mudau zustande. Als Eckdaten des Geehrten nannte die Vorsitzende: Seit 1963 Mitglied, von 1968 bis 1975 Schriftführer und kommissarischer Leiter, 1985 bis 1988 stv. Schriftführer und von 1988 bis 1997 Schützenmeister. Am 23. März 2002 wurde ihm die Landesehrennadel von Baden-Württemberg für besondere ehrenamtliche Verdienste verliehen. Großen Anteil habe Helmut Scheuermann auch am Zustandekommen und dem Einzug 1984 in die Räumlichkeiten des Rathauses in Mudau als neues Vereinsdomizil. Auch heute sei sein Rat gefragt und man sei stolz darauf, mit Helmut Scheuermann ein neues Ehrenmitglied zu haben.
(L.M.)