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Ich bin mit dem Odenwald verwurzelt

Der Mudauer Harald Grimm ist mit dem Odenwald verwurzelt und will den Mudauer Dialekt am Leben erhalten.
Mudau. "Heimat ist Mudi." Harald Grimm zögert keine Sekunde bei der Beantwortung der Frage, was und wo für ihn denn Heimat ist. Und schiebt gleich noch hinterher: "Ich bin und bleibe Mudemer." Und geografisch etwas weiter gefasst: "Ich bin mit der Gegend, ich bin mit dem Odenwald verwurzelt."
Der 58-Jährige lebt gerne in Mudau. Das wird im Gespräch schnell klar. "14 Tage Urlaub in der Ferne, das ist mir manchmal schon zu viel." Er habe nie Ambitionen gehabt, seine Zelte einmal woanders aufzuschlagen. Der Grundstein für diese Verbundenheit wurde natürlich ein gutes Stück weit im Elternhaus gelegt. Schon da wurde Heimat groß geschrieben. "Ich habe dieses Gefühl sozusagen mit der Muttermilch mitbekommen".
Dabei ist der Odenwälder an sich nicht immer pflegeleicht, so Grimm, er kann kantig sein, seine Meinung klar vertreten, auch wenn das unbequem ist. "Aber das liegt mir, das gefällt mir", so Grimm. Und weiter: "Das ist nicht immer einfach, aber dafür authentisch."
Ein großes Steckenpferd von Harald Grimm ist der Dialekt. Was für ihn ein Stück Heimat ist. Daher war er auch sofort Feuer und Flamme, als er von Manfred Pfaus auf das FN-Projekt Mundart angesprochen wurde. Grimm ist von Beginn an dabei. Dabei hält er das gesprochene Wort für das wichtigere. "Das Schreiben und Lesen von Dialekten ist schwer. Aber die Tonaufnahmen, die machen es aus."
Den Mudauer Dialekt am Leben zu erhalten, das hat er sich schon immer auf die Fahnen geschrieben. "Damit er nicht ganz verschwindet." Das wird nicht in lupenreiner Konsequenz gelingen, das ist Grimm klar. Wie jede andere Sprache ist auch der Dialekt Einflüssen ausgesetzt. Was schon alleine damit zu tun hat, "dass die Fluktuation im Ort größer ist als früher". Menschen mit anderen Dialekten siedeln sich hier an. Dazu kommen die weiterführenden Schulen, wo das Hochdeutsche gepflegt wird, aber auch Schüler mit verschiedenen Dialekten eine Klasse besuchen. Oder wenn Mudauer auswärts arbeiten und dort anderen Mundarten begegnen.
Das Fazit von Harald Grimm: "Verschwinden wird der Mudauer Dialekt nicht, aber er verändert sich. Aber das ist bei Sprache immer so." Mit den Tonaufnahmen beim FN-Projekt "Mundart" gibt es eine kleine, aber feine Sammlung hiesiger Dialekte. Die können auch in einer Gemeinde durchaus variieren. Während der Kernmudauer das lange "a" spricht, so der Kenner, wird in den Ortsteilen an der Stelle ein "o" gesprochen. "Mit unserem langen ,a' werden wir auch gerne aufgezogen", schmunzelt Grimm.
Der Pflege des Dialekts dient ein Stammtisch, an dem auch sein Bruder Roland sitzt. Der sucht auch immer Texte aus, über die man spricht, die man übersetzt. "Im Dialekt und über den Dialekt zu reden, das ist schon interessant", sagt Grimm. Zehn bis 15 Personen nehmen regelmäßig teil.

© Fränkische Nachrichten