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Heimelige "Lichterklänge" verzauberten das Publikum

Mudau. (lm) „Kem Oort is sou scheij wie in Mudi“ – nach diesem Motto von Rosa Breunig gestaltete sich die 9. Auflage der „Lichterklänge“.

In seinen abschließenden Dankesworten ergänzte der kommissarische Rektor der GHWS Mudau, Walter Herkert, sehr zu Recht „Kem Hausch is so scheij wie im Gwächschhausch von Breunigs“, denn die Ortsfarben Rot und Weiß leuchteten passend zum Thema absolut vor in der bezaubernden Atmosphäre, die drei Tage vor der 1. Adventsausstellung der „Weihnachtsgärtnerei“ vorherrschte. Das heimelige Licht unzähliger Kerzen zeigte den über 200 Gästen den Weg zum „Ort des Geschehens“ und beleuchtete geheimnisvoll die unglaubliche Dekoration, die so umfassend das Bild beherrschte, dass es unmöglich war, alles auf einmal in sich aufzunehmen. „Weihnachtliche Kuschelatmosphäre“, die den passenden Rahmen für die breit gefächerten Themen fast ausschließlich örtlicher Verfasser, die Gernot Hauk in einem fiktiven „Mudauer Hausbuch“ zusammengefasst hatte und die der echte „Mudemer Halbherr des Jahres“ Harald „Boli“ Grimm mit seiner sonoren Stimme gekonnt präsentierte. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten bei diesen Lichterklängen mit großem Einfühlungsvermögen, viel Talent und noch mehr Können Franziska Speth aus Mörschenhardt und Ruben Weimer aus Mudau. Unterteilt war der textliche Mudau-Abend in die drei Teile „Besinnlich Märchenhaftes“, „Weihnachtliches in Kriegszeiten“ und „Fröhliche Weihnachten“. Damit brachten Gernot Hauk und Harald Grimm ihr aufmerksames Publikum zuerst zum Nachdenken, und nach dem Weinen vor Rührung zu Tränen vor Lachen. Nachdem die Liedverse aus Elisabeth Sandels „Garten Eden“ durch alle Jahreszeiten geführt hatten, konnte man vom „Baum des Lebens“ aus Gernot Hauks Märchen „Rosenrot schiebt den Riegel von der Tür“ lernen, dass sich Gemeinheiten und Niederträchtigkeiten letztendlich immer rächen. Pfarrer Richard Schreck hat in seinem Gedicht „Der Winter als Zauberer“ eine Laudatio auf Mudaus Winterlandschaft kreiert und im „Weihnachtsmarkt“ von Irmgard Rippberger-Gatscha wurden die Anwesenden in einen Kindertraum Anfang des 20. Jahrhunderts geführt mit türkische Honig entführt, der mindestens 50 Prozent Liebe enthielt. Arthur Grimm erzählte in seinen „Erinnerungen“ von dem traurigen Weihnachtsmorgen, an dem sein Vater sehr jung gestorben war und von dem rührenden Weihnachtsgeschenk seines eigenen Sohnes. Im zweiten Teil des Abends wurde in Martha Eibners Bericht ihr Leben und das ärmliche Weihnachtsfest nach der Vertreibung wach in Mudau, das ihre geliebte Heimat wurde. Zu Herzen gingen auch die Privataufzeichnungen von Wilhelm Grote, der fünf Weihnachten im Krieg erlebt hatte, davon ein „Fest“ im Kessel von Stalingrad und zwei in russischer Gefangenschaft. Von einem echten Weihnachtswunder und Waffenruhe an Heiligabend wusste Fritz Vincken zu erzählen. Und Gernot Hauk hatte das Ganze in einer Collage zusammen gefasst. Traurig schön war der Abend bis dahin, doch schon die Erlebnisse des Buchener Anton Wittemann mit einem Rumpfener „Hutzelsack“ ließen die ersten Lachtränen kullern. Vor allem, weil der Buchemer Text für den Mudemer „Boli“ eine echte sprachliche Herausforderung darstellte. Als echter „Brüller“ erwies sich dann „Der ganz besondere Nikolausabend“ aus Margot Peterhänsels „Weihnachten im Odenwald“ und im Gedicht „Zur Beherzigung“ von Harald Grimms Mutter Mali wurde nach den verbrannten Weihnachtsgudsele angemahnt „manch Schade kimmt durch’s Tratsche“. Wer zu spät kommt, den bestraft das Christkind mit einer „schönen Bescherung“– war das Fazit von Runhild Hauk in ihrer Erlebniserzählung „Ooooh Tannenbaum“ und Wilhelm Trunk war „Bei den Tannen“ im Odenwald so aufmerksam, dass er ihre Unterhaltungen in einem Gedicht wider gab. „Auserlesen von Gernot Hauk, vorgelesen von Harald Grimm, aufgelesen vom Team der Gärtnerei Breunig und mitgelesen vom Förderverein der Schule Mudau und dem Heimat- und Verkehrsverein“ war auch beim 9. Mal ein so großer Erfolg, dass der Beifall des dicht gedrängten Publikums nach den Dankesworten von Gernot Hauk, Walter Herkert und Hans Slama lange durch das weihnachtlich geschmückte Gewächshaus schallte.